Die Geburt

Wenn dein Bauch richtig groß und rund geworden ist (nach etwa 40 Wochen), spürst du eines Tages kräftige Wehen. Das ist ein Zeichen, dass jetzt bald die Geburt losgeht. Wichtige Informationen rund um die Geburt und für die Zeit kurz danach findest du hier.

Es geht los

Junger Frau wird ihr Kind nach der Geburt an die Seite gelegt © Noel Matoff, www.matoff.de

Eine Geburtswehe fühlt sich so ähnlich an wie ein Krampf oder ein starker Menstruations- oder Rückenschmerz. Wenn du die Wehen regelmäßig spürst, ist es Zeit, in die Klinik zu fahren. Wann das genau ist und wie du das merkst, besprichst du am besten vorher mit deiner Hebamme, deiner Ärztin oder deinem Arzt. Übrigens: Die allerwenigsten Kinder kommen tatsächlich an dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Die meisten werden bis zu zwei Wochen davor oder danach geboren. Eher selten kommt das Baby viel später als erwartet. Manchmal kann es dann nötig sein, Mittel und Methoden anzuwenden, die Wehen auslösen und damit die Geburt einleiten.

Manchmal platzt die Fruchtblase, in der das Baby liegt, schon sehr früh. Das merkst du daran, dass du plötzlich etwas durchsichtiges Fruchtwasser verlierst. In seltenen Fällen kommt es gleich in einem Schwall. Dann legst du dich sofort hin und schiebst dir zwei Kissen unter den Po. Wichtig: Lass’ dich in diesem Fall liegend in die Klinik bringen – am besten mit dem Krankenwagen.

Falls die Wehen früher als zwei Wochen vor dem errechneten Termin einsetzen, heißt es: Ruhe bewahren und deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme verständigen. Falls du sie nicht erreichen kannst, rufst du am besten als nächstes die Klinik an, bei der du dich angemeldet hast. Ist auch dort niemand erreichbar, wählst du den Notruf mit der Telefonnummer 112 an. Der Krankenwagen fährt dich dann zur nächstgelegenen Entbindungsstation.

Umgang mit Schmerzen

Vielleicht fragst du dich in den Wochen vorher, ob du die Geburt schaffst? Ja, das wirst du ganz bestimmt – so wie das schon Millionen von Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt vor dir geschafft haben. Du kannst dich außerdem darauf verlassen, dass dich erfahrene Hebammen, Ärztinnen oder Ärzte bei der Geburt begleiten. Sie werden dir helfen, wenn die Schmerzen zu stark werden.

Die moderne Geburtshilfe kennt eine Menge Möglichkeiten, Schmerzen zu lindern und Frauen zu helfen, besser mit ihnen zurecht zu kommen. Das sind zum Beispiel gezielte Atmung, Akupressur, homöopathische Mittel, ein entspannendes Bad oder entkrampfende Zäpfchen. Verschiedene Techniken, mit dem Schmerz umzugehen, lernst du auch während eines Geburtsvorbereitungskurses. Das stärkste Schmerzmittel ist die so genannte Periduralanästhesie (PDA). Dabei werden Bauch und Becken örtlich betäubt. Eine PDA ist so wirksam, dass sie sogar bei einem Kaiserschnitt eingesetzt wird.

Eine Geburt tut tatsächlich weh – aber sie ist keineswegs nur ein schmerzhaftes Erlebnis. Viele Frauen sind überrascht, wie selbstverständlich ihr Körper weiß, was er wann zu tun hat. Das zu wissen, kann das Vertrauen in deinen eigenen Körper stärken. Und schließlich: Wenn das Baby erst in deinen Armen liegt, sind Schmerz und Anstrengung schnell vergessen.

Wie die Geburt abläuft

Während der Geburt wird dich eine Hebamme, eine Ärztin oder ein Arzt  begleiten und dir mit Tipps und Anleitungen zur Seite stehen. Die Geburt selbst läuft in verschiedenen Phasen ab:

  • In der Eröffnungsphase dehnt sich der Muttermund zehn Zentimeter weit, bis er vollständig geöffnet ist. Wie lange dies dauert, hängt unter anderem von der Stärke der Wehen ab. Bei Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, sind es durchschnittlich acht Stunden.
  • Danach folgt die meist nur einige Minuten lange Übergangsphase: Die Wehen werden intensiver, und das Köpfchen des Babys rutscht in die richtige Position, was sich im Bauch ziemlich wild anfühlen kann.
  • In der Endphase wird das Kind hinausgeschoben: normalerweise kommt zuerst das Köpfchen, dann die Schultern, der Körper und die Beine. Die Geburt ist geschafft – euer Baby ist da!

Wenn die Nabelschnur nicht mehr pulsiert, nabeln die Geburtshelferinnen oder -helfer das Kind ab. Das tut nicht weh. Das Kleine wird dir auf die Brust gelegt, und du kannst es zum ersten Mal betrachten, auf deiner Haut fühlen und seine Wärme spüren.

In der Nachgeburtsphase wird der Mutterkuchen (die Plazenta) ausgestoßen. Nach der Entbindung sorgen Nachwehen dafür, dass sich die stark gedehnte Gebärmutter wieder zusammenzieht. Das kann noch einmal kurz weh tun, hilft aber, die Wunde zu schließen und Gebärmutter und Bauch wieder „in Form“ zu bringen.