Rund um Körper und Seele

Wenn du schwanger bist, liegt eine aufregende Zeit vor dir! Eine Schwangerschaft dauert von deiner letzten Regelblutung bis zur Geburt etwa vierzig Wochen. In deinem Körper und deiner Seele wird sich in dieser Zeit eine Menge verändern. Das kann sehr schön sein – und manchmal auch anstrengend.

Dein Körper stellt sich jetzt Schritt für Schritt auf die Schwangerschaft um und wird dich manchmal überraschen: Anfangs ist dir vielleicht ab und zu übel – besonders morgens, oder du kriegst plötzlich Heißhunger. Vielleicht bist du auch häufig müde, deine Brüste spannen, deine Verdauung funktioniert nicht wie gewohnt oder du entdeckst einen Schwangerschaftsstreifen. Keine Angst: Diese typischen Beschwerden gehen fast alle vorüber.

"Wie sehe ich aus, wenn mein Bauch immer runder wird?" Mit dieser Frage beschäftigen sich viele schwangere Frauen. Das Selbstbewusstsein muss sich nämlich auch auf die vielen Veränderungen einstellen. Vielleicht kannst du es selbst nicht sehen, aber dein Mund wird zum Beispiel voller und weicher. Viele Schwangere haben eine besondere und schöne Ausstrahlung.

Manchmal macht das Thema „Gewichtszunahme“ Stress. Um die 15 Kilo Gewichtszunahme sind bei einer Schwangerschaft völlig normal. Wenn du meinst, dass du zuviel wiegst, solltest du trotzdem keine Diät machen. Wichtig ist jetzt vor allem, dich gesund zu ernähren!

Seelische Umstellung

Es kann sein, dass deine Gefühle jetzt öfter Karussell fahren. Dass du manchmal vollkommen glücklich bist und dann wieder voller Sorgen. Dass du dich an einem Tag auf das Kind freust, und dann wieder gar nicht. Das hängt auch mit der Hormonumstellung durch die Schwangerschaft zusammen. Die gegensätzlichen Gedanken und Gefühle können dir aber dabei helfen, dich auf die neue Situation einzustellen.

Vielleicht hast du jetzt häufiger Streit mit deinen Eltern. Oder deinem Freund. Oder hast du Liebeskummer? Das alles ist nicht einfach. Falls du dich fragst, ob dein Baby jetzt den ganzen Stress abbekommt: Nein – es liegt gut geschützt in deinem Bauch und wächst heran. Trotzdem sollten du und alle in deinem Umfeld Rücksicht auf das Ungeborene nehmen. Achte deshalb darauf, dass du zwischendurch immer mal wieder ausruhst und entspannst.

Ernährung & Gesundheit

Dein Körper braucht jetzt eine gesunde und vielseitige Ernährung. Gut sind alle Arten von Vollkorn- und Bioprodukten (wenn du sie magst und verträgst) und möglichst viel frisches Obst und Gemüse. Versuche, dich mit Zucker, Süßigkeiten, Fastfood und Softdrinks zurückzuhalten. Als Getränke eignen sich mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte und Kräuter- oder Früchtetees. Die „Top Ten der gesunden Ernährung“ findest du unten als Download zum Ausdrucken. Du kannst sie an die Wand hängen oder in die Tasche stecken, dann hast du sie immer dabei.

Was ist in Sachen „Gesundheit“ außerdem wichtig? Auch wenn dein Bauch immer dicker wird: Wenn du dich regelmäßig bewegst, sorgst du für eine gute Durchblutung und hältst deinen Körper fit. Das ist nicht zuletzt für die Geburt wichtig. Wenn du Sport machst, achte darauf, dich nicht zu überfordern. Hartes Training ist tabu.

Vorsicht Giftstoffe!

Zigaretten, Alkohol und Drogen schaden deinem Körper und damit auch deinem Kind. Du kannst das Baby vor Schäden schützen, wenn du auf alle diese Genussgifte verzichtest.

Beim Rauchen nimmst du einen Cocktail aus bis zu 4.000 verschiedenen Inhaltsstoffen zu dir, die zum Teil Krebs verursachen oder giftig sind. Wenn du rauchst, setzt du auch dein Kind diesen Schadstoffen aus. Du erhöhst damit außerdem das Risiko, dass es später eine Allergie bekommt. Weil auch Passivrauchen schadet, sorgst du am besten schon während der Schwangerschaft für ein rauchfreies Zuhause und meidest Orte, an denen geraucht wird.

Trinkst du Alkohol, gelangt auch dieser in die kindliche Blutbahn. Dann hat das Baby den gleichen Alkoholpegel wie du, obwohl es viel kleiner und empfindlicher ist. Der Alkohol schadet deinem Kind also viel mehr als dir!

Medikamente können in der Schwangerschaft schädlich sein. Wenn du krank wirst oder eine chronische Erkrankung wie zum Beispiel Asthma hast, geht es aber manchmal nicht ganz ohne Medikamente. In diesem Fall können dir deine Ärztin oder dein Arzt sagen, welches Mittel du nehmen kannst. Auch pflanzliche Mittel oder Schmerzmittel wie Paracetamol solltest du nicht ohne vorherige ärztliche Beratung einnehmen.

Liebe & Beziehung

Frisch verliebt? Schon länger zusammen? Oder hast du gerade Liebeskummer? Durch eine Schwangerschaft wird fast jede Beziehung irgendwann auf die Probe gestellt. Manche Paare wachsen dabei enger zusammen. Andere geraten in heftige Auseinandersetzungen. Auf werdende Eltern unter 20 kommen viele anstrengende Aufgaben zu: Jeder Partner wird selbst gerade erwachsen und hat damit schon Einiges zu tun. Dazu kommt die Beziehung, in der es wegen der Schwangerschaft turbulenter zugeht als üblich. Und dann soll man sich noch auf die neuen Rollen als zukünftige Mutter oder Vater einstellen.

Das ist viel auf einmal! Kein Wunder, dass es da auch mal krachen kann. Oder der Liebeskummer heftig zuschlägt. Wenn du das Gefühl hast, dass dir die Probleme über den Kopf wachsen, brauchst du jemanden zum Reden, der dich unterstützt – vielleicht eine gute Freundin, vielleicht jemand aus deiner Familie. Oder du wendest dich an eine Beratungsstelle.

Sexualität

Wie der Sex in der Schwangerschaft läuft, ist ganz unterschiedlich. Vielleicht hast du besonders viel Lust. Dein Genitalbereich ist jetzt besser durchblutet und erregbarer, aber auch sehr empfindlich. Und deine runder und weiblicher werdenden Formen können besonders sexy wirken. Möglich ist aber auch, dass du dich mit den Veränderungen deines Körpers nicht so wohl fühlst. Oder dein Körper ganz anders reagiert als vor der Schwangerschaft. Wenn du weniger oder keine Lust zum Sex hast, ist auch das vollkommen in Ordnung.

Wichtig ist, dass sich weder du noch dein Freund zu irgendetwas zwingen. Und: Erlaubt ist, was Spaß macht, und das gilt natürlich für beide Partner. Keine Sorge: Das Ungeborene ist in der Gebärmutter gut geschützt.

Hygiene schützt!

In der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, dass beide Partner ihren Intimbereich sorgfältig pflegen. So lässt sich vermeiden, dass Krankheitskeime in die Scheide gelangen und eine Entzündung auslösen. Bei einer Infektion besteht immer die Gefahr, dass sie in die Gebärmutter aufsteigt und auf das Kind übertragen wird. Am besten wäscht man sich mit wenig Seife und viel warmem Wasser.

Intimpflegemittel sind überflüssig. Bei Frauen können sie außerdem die natürliche Scheidenflora stören, die für die Abwehr von Krankheitserregern wichtig ist. Unbeschnittene Jungen und Männer sollten sich unbedingt auch unter der Vorhaut reinigen.

Neben der Hygiene bieten Kondome während einer Schwangerschaft den besten Schutz vor Krankheitskeimen, die beim Sex übertragen werden können.