Die ersten Tage mit Baby

Nach der Geburt stehen Mutter und Kind im Mittelpunkt des Interesses. Als junger Vater musst du jetzt vielleicht aufpassen, dass du nicht ins Abseits gerätst. Zeig den anderen, dass du es mit dem Vatersein ernst meinst.

Nach der Geburt

Junge mit seinem Baby auf dem Arm © iStock

Gerade die ersten Tage nach der Geburt erleben viele Väter wie einen Rausch. Alles ist neu und fühlt sich besonders an. Genießt diese Zeit als junge Familie! Wenn es dir möglich ist, nimm dir ein paar Tage frei, um für deine Freundin und das Kind da zu sein. Im Wochenbett ist deine Freundin wahrscheinlich noch mit den körperlichen Folgen der Geburt beschäftigt und kann deine Unterstützung jetzt gut gebrauchen.

Wahrscheinlich gibt es einige Freunde und Verwandte, die das Neugeborene begrüßen möchten. Ehe man sich versieht, sind Mutter und Kind ständig von Besuch belagert. Ob noch in der Klinik oder schon zu Hause – du kannst mit dafür sorgen, dass deine Freundin und euer Kind Ruhepausen haben. Sprecht mit Freunden und Verwandten Besuchstermine ab und reserviert Zeiten, zu denen ihr als Familie nicht gestört werden möchtet. Lass dich von deinen oder ihren Eltern nicht davon abbringen, als Vater auf solche Dinge zu achten.

Gemischte Gefühle

Viele Mütter leiden in den Tagen nach der Geburt unter starken Stimmungsschwankungen. Glücksgefühle können von einem Moment auf den anderen in Traurigkeit umschlagen. Auslöser sind die starken hormonellen Veränderungen nach der Geburt, das Geburtserlebnis und Unsicherheitsgefühle gegenüber der neuen Situation. Doch keine Sorge: Deine Freundin wird mit der neuen Situation bald vertraut! Je mehr du ihr als ruhender Pol beistehst, desto besser wird sie diese Phase meistern.

Auch du wirst nach der Geburt vielleicht in deinen Stimmungen schwanken. Wenn du eine schwierige Geburt begleitet hast, kann dieses Erlebnis noch länger nachwirken. Oder dich beschäftigen plötzlich Zukunftsängste oder Zweifel an der Partnerschaft. Solche Gefühle können nach der Geburt verstärkt auftreten, denn jetzt wird es schließlich ernst. Auch hier gilt wieder: Mit jemandem zu sprechen und sich helfen zu lassen ist besser, als düstere Gedanken mit sich allein auszumachen oder zu tun, als ob nichts wäre.

Das betrifft auch Probleme in der Partnerschaft. Ein gemeinsames Kind verbindet ein Paar zwar, ist aber auch eine dritte Person, die neu hinzu kommt. Es kann zum Beispiel ziemlich frustrierend für dich sein, wenn euer Kind an der Brust deiner Freundin nuckelt, ihr aber seit Wochen keinen Sex mehr hattet. Zwar ist es nur ein schwacher Trost, aber: So geht es allen Paaren am Anfang! Die ersten Monate mit dem Säugling sind sehr anstrengend. Auch körperlich muss sich deine Freundin noch von der Geburt erholen. Es braucht Zeit, bis sich alles wieder eingependelt hat und wieder Lustgefühle aufkommen. Dann gibt es mit Sicherheit auch wieder Zeit für euch als Liebespaar, in der ihr beide auch wieder mal allein etwas unternehmen könnt.

Vater sein trotz getrennter Wohnung

Hast du mit deiner Freundin (noch) keine gemeinsame Wohnung, wird sie - wenn möglich – bei ihren Eltern wohnen bleiben. Das ist oft ganz praktisch, weil sich die Großeltern dann mit um das Kind kümmern können. Es kann aber auch dazu führen, dass sich die Eltern deiner Freundin mehr um das Kind kümmern als euch recht ist. Weil sie glauben, es besser zu wissen, oder einfach aus Gewohnheit übernehmen sie möglicherweise viele Aufgaben, die eigentlich von euch als Eltern zu erledigen wären.

Trotz getrennter Wohnungen Vater zu sein, ist keine leichte Aufgabe. Wenn du nicht aufpasst, kann es schnell passieren, dass du als Vater den Anschluss verlierst. Möchtest du eine gute Beziehung zu eurem Kind haben, musst du dich darum bemühen, so oft wie möglich bei ihm zu sein. Du kannst dir zum Beispiel regelmäßig wiederkehrende Tätigkeiten wie Babybaden oder eine Massagestunde aussuchen, für die nur du als Vater zuständig bist. Wo gibt es zurzeit besonders günstige Windeln oder Babynahrung? Wer kauft diese wichtigen Sachen ein? Auch das könnte eine Aufgabe für dich als aktiver Vater sein.

Wohnt deine Freundin mit dem Kind bei ihren Eltern, betrittst du bei Besuchen „fremdes Gebiet“. Vielleicht verstehst du dich gut mit deinen „Schwiegereltern“ und alles läuft problemlos. Sind sie dir gegenüber jedoch eher kritisch eingestellt, bist du besser vorsichtig und versuchst, ihr Vertrauen zu gewinnen. Schließlich führt der Weg zu eurem Kind durch ihre Haustür. Höflich und respektvoll aufzutreten oder ab und zu ein paar Blumen mitzubringen, kann die Stimmung deutlich verbessern. Du kannst versuchen, mögliche Konflikte anzusprechen: Frag sie, was sie von dir als zukünftigem Stammgast in ihrem Haus erwarten und sag ihnen genauso deutlich, was du dir wünschst. Solche Dinge müssen geklärt werden, damit der Kontakt zu eurem Kind nicht behindert wird. 

Damit euer Kind auch mal – mit oder ohne deine Freundin – bei dir zu Hause sein kann, solltest du entsprechend eingerichtet sein. Selbst in einer kleinen Wohnung finden ein Reisebettchen und eine Wickelunterlage Platz. Du kannst ein Fach im Kleiderschrank für das Kind frei räumen, damit du immer ein paar Windeln und Kleidung zum Wechseln da hast. Das ist nicht nur praktisch, wenn du mit eurem Kind bei dir zu Hause bist. Es zeigt deinen und ihren Eltern auch, dass du wirklich bereit bist, Vater für das Kind zu sein.