Die Geburt begleiten

Endlich ist es soweit: Die Geburt steht an! Mitzuerleben, wie ein Kind auf die Welt kommt, ist ein ganz besonderes und aufregendes Erlebnis. Möchtest du dabei sein?, Dann gibt es für dich ein paar Dinge zu beachten.

Dabei sein oder nicht?

Mann sitzt neben seiner schwangeren Freundin im Krankenhaus

Eine Geburt zu begleiten, ist ein unvergessliches Erlebnis. Du bist mit dabei, wenn eure Tochter oder euer Sohn das Licht der Welt erblickt. Vielleicht möchtest du die Geburt aber gar nicht so direkt miterleben, oder deine Freundin möchte nicht, dass du dabei bist? Am besten ist es, über diese Frage möglichst früh und offen miteinander zu reden. Stellt euch aber auch darauf ein, dass sich deine oder ihre Meinung dazu in der Geburtssituation plötzlich wieder ändern kann.

Wenn du im Kreißsaal gern dabei sein möchtest, deine Freundin das aber nicht will, kann das ganz schön weh tun. Die Gründe für ihre Entscheidung müssen aber nicht bei dir liegen. Es kann zum Beispiel sein, dass deine Freundin sich schämt und nicht will, dass du sie nackt und mit Schmerzen erlebst. Nimm es ihr nicht krumm, wenn sie sich so entscheidet. Was bei der Geburt für sie das Beste ist, ist auch für euer Kind das Beste!

Falls du bei der Geburt nicht dabei sein möchtest, obwohl deine Freundin sich das wünscht, solltest du ihr das ehrlich sagen. Vielleicht magst du sie ja bei den Wehen begleiten, aber während der Geburt lieber draußen warten. Niemandem ist damit geholfen, wenn du dich bei der Geburt eures Kindes total unwohl fühlst.

Auf Abruf bereit

Damit du die Geburt nicht verpasst, solltest du alles gut vorbereiten. Sorge dafür, dass du ab drei Wochen vor dem Geburtstermin immer über das Handy oder auf anderem Wege erreichbar bist. Sag deinem Arbeitgeber oder der Schulleitung frühzeitig Bescheid, dass du auf Abruf bereit stehst. Je nach Arbeitsvertrag steht dir sogar ein Tag Sonderurlaub für die Geburt eures Kindes zu.

Noch ein wichtiger Aspekt: Achte darauf, in der Zeit vor der Geburt keinen Alkohol zu trinken und keine Drogen zu nehmen. Absolut nüchtern zu sein ist besonders dann wichtig, wenn du deine Freundin selbst ins Krankenhaus fahren möchtest. Aber auch abgesehen davon riskierst du, die Geburt zu versäumen oder das Erlebnis für dich und deine Freundin gründlich zu verderben, wenn du betrunken bist oder Drogen genommen hast. Damit gefährdest du vielleicht sogar die Geburt des Kindes.

Stell dich darauf ein, dass eine Geburt mehrere Stunden dauern kann. Wenn du vorausschauend etwas zu essen und zu trinken eingepackt hast, wirst du darüber froh sein. Nachts ist der Krankenhauskiosk nämlich geschlossen.

Für deine Freundin da sein

Für viele Gebärende ist es wichtig, dass sie den Vater ihres Kindes bei der Geburt in ihrer Nähe haben. Du kannst deiner Freundin helfen, indem du einfach nur neben ihr sitzt und ihr hilfst, entspannt zu atmen. Vielleicht braucht sie auch eine Massage an einer schmerzenden Stelle, möchte einen kühlen Waschlappen haben oder braucht dich zum Abstützen bei den Wehen. Es gibt viele Kleinigkeiten zu tun, für die du zuständig sein kannst.

Wenn es mit den Wehen nicht richtig voran geht, kann deine Freundin dich vielleicht gut gebrauchen. Meist hilft es Gebärenden nämlich, sich zu bewegen, also eine Runde im Park zu spazieren oder Treppen rauf und runter zu steigen. Das geht oft nur ganz langsam und mit längeren Pausen, wenn bei ihr wieder die Wehen einsetzen. Auch wenn du denkst, dass du gerne mehr tun würdest – für deine Freundin ist vor allem wichtig, jetzt nicht allein zu sein. Schau, ob es ihr gut geht, und sei einfach für sie da. Mehr brauchst du gar nicht zu tun.

Abenteuer Geburt

Nicht nur deine Freundin ist bei der Geburt in einem Ausnahmezustand – auch du kannst völlig überwältigt sein. Versuche aber, möglichst ruhig zu bleiben. Es ist wenig hilfreich, wenn du zum Beispiel aus Angst, dass Mutter und Kind etwas passieren könnte, alle verrückt machst. Du kannst ruhig nachfragen, wenn du etwas nicht verstehst, und dich bei der Hebamme erkundigen, was du tun kannst. Akzeptiere aber auch, wenn sie sagt, dass sie sich jetzt konzentrieren muss und Ruhe braucht.

Falls dir komisch wird, sag kurz Bescheid und geh einen Augenblick an die frische Luft. Du musst auch nicht alles mitbekommen, was während der Geburt passiert. Du kannst dich so hinsetzen, dass du deiner Freundin ins Gesicht schaust, oder ihren Oberkörper stützen. Die praktische Hilfe bei der Geburt ist Sache der Hebamme, der Ärztin oder des Arztes.

Falls das Kind durch einen Kaiserschnitt geholt wird, kann es sein, dass du vor dem Operationssaal warten musst. Der Eingriff dauert nicht sehr lange. Auch bei einem Kaiserschnitt ist es wichtig, nicht nervös zu werden und für deine Freundin und euer Kind da zu sein, wenn sie aus dem Operationssaal kommen.

Es ist da!

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, ist das jedes Mal wie ein kleines Wunder. Nach den vielen Monaten der Schwangerschaft kannst du eure Tochter oder euren Sohn endlich im Arm halten und spüren. Du bist jetzt tatsächlich Vater! Viele Hebammen bieten den Vätern an, dass sie die Nabelschnur durchschneiden. Wenn es dir wichtig ist, kannst du dich vorher schon danach erkundigen. Mit diesem Schnitt wird auch deutlich, dass das Kind von jetzt an nicht mehr allein von der Mutter abhängig ist. Auch du kannst jetzt euer Kind versorgen.

Nach der Geburt ist Zeit, die Situation zu genießen und allmählich wieder zur Ruhe zu kommen. Ihr alle drei habt etwas richtig Anstrengendes durchgestanden. Selbst wenn du das Gefühl hast, „nur“ mit dabei gewesen zu sein, wirst du dich wundern, wie viel Kraft dich diese Begleitung gekostet hat. Wenn du daran gedacht hast, eine Kamera mitzunehmen, kannst du das erste Foto von Mutter und Kind machen. Vielleicht kann jemand ein Bild von euch Dreien machen? Wenn du dein Handy dabei hast, kannst du überlegen, wem du zuerst die wunderbare Nachricht gibst: Das Baby ist da!