Ich werde Vater!

Wenn klar ist, dass das Kind auf die Welt kommt, beginnt die Zeit der Vorbereitung auf das Elternwerden. Da gibt es einiges zu organisieren. Nutze die Zeit vor der Geburt, um dich auf die neuen Aufgaben einzustellen.

Die Herausforderung annehmen

Pärchen schaut auf den Schwangerschaftstest. © iStock
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Kennst du den Spruch: Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr? Stimmt, Vater zu sein sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aber so unglaublich schwer, wie es sich anhört, ist es nun auch wieder nicht. In diese Rolle wächst man hinein, und vieles kann man durch Ausprobieren oder Nachmachen schnell lernen. Gerade zu Beginn brauchst du bei der Betreuung eures Kindes wahrscheinlich Unterstützung von Menschen, die damit Erfahrung haben – zum Beispiel von deinen Eltern oder älteren Geschwistern. Das geht auch Erwachsenen so. Lass dir am besten alles zeigen und übernimm dann selbst die Verantwortung.

Niemand kann von dir erwarten, dass du sofort der perfekte Vater bist. Du wirst vieles erst lernen müssen. Vielleicht bringst du für diese Aufgabe auch schon mehr Fähigkeiten mit, als du denkst. Wenn du dich früher zum Beispiel um deine jüngeren Geschwister gekümmert hast, weißt du bestimmt schon gut, wie man mit kleinen Kindern umgeht. Bist du ein humorvoller Typ? Kannst du dich gut in andere Menschen hineinversetzen? Bleibst du gelassen, wenn es hektisch wird? All das sind echte Pluspunkte, die dir helfen können, ein guter Vater zu werden. Wenn du genauer hinschaust, findest du bei dir bestimmt noch mehr solcher Fähigkeiten.

Eltern werden – Paar bleiben?

Ein gemeinsames Kind zu bekommen, ist für eine Partnerschaft immer auch eine Belastungsprobe. Möglicherweise fragst du dich: Ist das die Frau, mit der ich in Zukunft zusammen leben möchte? Will ich mit ihr zusammen ein Kind großziehen?

In der Schwangerschaft kann es sein, dass deine Freundin mal glücklich und dann wieder traurig oder „zickig“ ist. Das liegt zum Teil an den Hormonen. Aber auch deine Stimmung wird manchmal schwanken. Es kann sein, dass es mit der Beziehung auf und ab geht: Mal fühlt ihr euch verliebt und romantisch, dann gibt es wie aus heiterem Himmel Streit, und plötzlich steht alles auf dem Spiel.

Sich zu streiten ist wichtig, um Frust abzulassen und Dinge zu klären. Wenn ihr euch aber dauernd streitet, ist es auch möglich, dass eure Freundschaft noch während der Schwangerschaft zerbricht. Vielleicht habt ihr gemerkt, dass ihr doch nicht zusammen passt. Sich gegen ein gemeinsames Leben zu entscheiden, bedeutet aber nicht, dass du dem Kind kein Vater sein kannst. Auch getrennt lebende Paare können für ihr Kind gemeinsam die Verantwortung übernehmen. Eine Trennung in der Schwangerschaft fällt sicher nicht leicht. In einer solchen Situation ist es meist sehr hilfreich, Unterstützung in einer Beratungsstelle zu suchen.

Zusammen wohnen?

Viele junge werdende Eltern wünschen sich möglichst schnell Unabhängigkeit vom eigenen Elternhaus. Für die erste Zeit nach der Geburt ist es aber oft das Beste, erstmal nichts an den bestehenden Wohnverhältnissen zu ändern. Vorausgesetzt, deine Freundin hat die Möglichkeit, mit dem Kind im Elternhaus zu bleiben. Es ist wichtig, gut zu prüfen, welche zusätzliche Belastung ihr euch – möglicherweise neben der Ausbildung – selbst zumuten möchtet. Meist ist es besser, anstehende Aufgaben Schritt für Schritt zu lösen, als zu viele Veränderungen auf einen Schlag bewältigen zu müssen.

Vielleicht ist auch das Wohnen in einer Mutter/Vater-Kind-Einrichtung eine Alternative. Man bekommt dort viel Unterstützung und muss keine eigene Wohnung unterhalten. Hier können junge Schwangere und alleinerziehende Mütter oder Väter mit ihren Kindern leben, bis sie die Schule oder ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Als Partner oder Partnerin kannst du in den Alltag der Einrichtung einbezogen werden und zum Beispiel an Beratungsgesprächen teilnehmen.

Beim Angebot dieser „gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder“ handelt es sich um eine Leistung, die im Sozialgesetzbuch (§ 19 SGB VIII, Kinder- und Jugendhilfe) geregelt ist.

Ämter und Finanzen

Wenn deine Freundin mitten in einer Ausbildung steckt, ist sie mit der Schwangerschaft und Schule oder Lehre vermutlich ausgelastet. Eine sinnvolle Aufgabe für dich könnte zum Beispiel sein, dich um finanzielle und amtliche Dinge zu kümmern. Du kannst einen Plan entwerfen, was ihr wann und wo erledigen müsst. Außerdem kannst du einen Ordner anlegen, in den alle Anträge, Briefe und Dokumente abgeheftet werden. Du findest auf diesen Seiten einen Schwangerschaftsplaner zu deiner Vorbereitung.

Wenn ihr auf öffentliche Gelder angewiesen seid, ist ein Besuch in einer Schwangerschaftsberatungsstelle sehr wichtig. Die Beraterinnen und Berater wissen über die gesetzlichen Regelungen genau Bescheid und geben euch Auskunft, was ihr wann und bei welchem Amt beantragen müsst. Es wäre ärgerlich, wenn ihr aus Unwissenheit bestimmte finanzielle Hilfen nicht erhaltet, die euch eigentlich zustehen. Es lohnt sich also, wenn du dich mit diesen Dingen gründlich beschäftigst. Damit sorgst du für deine Familie.

Lebt ihr nicht in einem Haushalt zusammen, hast du als Vater die Verpflichtung, für den Unterhalt eures Kindes und zu Beginn auch für den Unterhalt der Mutter aufzukommen. Für Väter, die nicht genug Geld haben, um für ihr Kind aufzukommen (zum Beispiel während der Ausbildung oder wegen Arbeitslosigkeit), obwohl sie sich ausreichend darum bemühen, Geld zu verdienen, zahlt das Jugendamt einen Unterhaltsvorschuss. So lange du keinen Unterhalt zahlen kannst, weil du kein oder ein zu geringes Einkommen hast, kann der gezahlte Unterhaltsvorschuss später nicht von dir zurückgefordert werden.

Die Vaterschaftsanerkennung

Die Vaterschaftsanerkennung ist grundsätzlich dann erforderlich, wenn ein Kind zur Welt kommt, dessen Eltern nicht verheiratet sind. Falls du und deine Freundin noch vor der Geburt heiratet, ist dieser Schritt also nicht nötig.

Seid ihr nicht verheiratet, kannst du dir als werdender Vater überlegen, ob du deine Vaterschaft bereits während der Schwangerschaft anerkennen lassen möchtest. Wenn du noch unter 18 Jahre alt bist, müssen deine Erziehungsberechtigten, also in der Regel deine Eltern, die Vaterschaftsanerkennung mit unterschreiben. Du bekommst dann ein offizielles Dokument.

Die Anerkennung ist dann wirksam, wenn deine Freundin ihr zustimmt. Ist deine Freundin volljährig, kann sie alleine bestimmen. Wenn sie jünger als 18 Jahre ist, benötigt sie für ihre Zustimmung ihrerseits die Zustimmung ihrer Eltern (oder ihrer gesetzlichen Vertreter).

Die Vaterschaftsanerkennung wird meist beim Jugend- oder Standesamt vorgenommen. Sie ist natürlich auch nach der Geburt möglich.