In der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft gibt es viele Dinge zu regeln. Deine Freundin braucht jetzt deine Unterstützung. Gleichzeitig ist es wichtig, dass deine eigenen Bedürfnisse nicht zu kurz kommen.

Dein Kontakt zum Kind

Schwangeres Pärchen © iStock

Vater zu werden ist bis zur Geburt gar nicht so leicht zu begreifen. Trotzdem gibt es für dich viele Möglichkeiten, an der Schwangerschaft teilzuhaben und Kontakt zu eurem Kind aufzunehmen. Vielleicht haben schon die zwei Streifen auf dem Schwangerschaftstest deine Fantasie angeregt, und du stellst dir vor, wie es sein wird, eine Tochter oder einen Sohn zu haben. Konkreter wird das Vaterwerden dann, wenn du ein erstes Ultraschallbild siehst oder sogar direkt bei der Untersuchung dabei bist: Am Bildschirm kannst du meist gut beobachten, wie sich euer Kind bewegt und sein Herz schlägt.

Zuerst wird nur deine Freundin fühlen können, dass sich das Kleine in ihrem Inneren bewegt. Später, etwa ab der 25. Schwangerschaftswoche, kannst du ab und zu auch sehen, wenn sich das Kind dreht oder streckt, weil sich dann ihr Bauch wölbt. Wenn du diese kurzen Augenblicke nicht verpassen möchtest, kannst du etwas länger die Hände auf den Bauch deiner Freundin legen, während das Kleine aktiv ist. Wenn du jetzt zu ihm sprichst, kann es das hören. Es versteht zwar deine Worte nicht, aber vielleicht spürt es deine Stimmung. Vielleicht magst du ab und zu den Bauch deiner Freundin einölen. Damit tust du ihr etwas Gutes und kannst gleichzeitig mit eurem Kind auf Tuchfühlung gehen.

Je intensiver du die Schwangerschaft begleitest, desto leichter wird es dir fallen, dich auf die Zeit der „handfesten Vaterschaft“ vorzubereiten. Auch für deine Freundin ist es wichtig, dich in der Schwangerschaft an ihrer Seite zu haben.

Sex in der Schwangerschaft

Durch die Schwangerschaft verändert sich der Körper deiner Freundin. Ihr Bauch wird runder, ihre Brüste werden größer, insgesamt bekommt sie eine rundlichere Figur. Vielleicht findest du das attraktiv und hast während der Schwangerschaft große Lust auf körperliche Nähe. Vielleicht aber auch nicht. Für deine Freundin ist in jedem Fall wichtig zu spüren, dass du sie magst. Besonders falls sie unglücklich ist, weil ihr Bauch dicker wird und sie sich vielleicht weniger sexy fühlt.

Während der Schwangerschaft sind die Geschlechtsorgane von Frauen besonders gut durchblutet und berührungsempfindlich. Deshalb haben manche Schwangere große Lust auf Sex. Es wirkt außerdem oft befreiend, nicht an Verhütung denken zu müssen – schließlich kann man während der Schwangerschaft nicht nochmal schwanger werden. Es gibt aber auch viele Frauen, die während der Schwangerschaft wenig oder keine Lust auf Sex haben. Wenn der Körper deiner Freundin nun ganz anders reagiert als vorher, müsst ihr neu ausprobieren, was sich angenehm oder eher unangenehm anfühlt.

Manche Männer befürchten, dass sie beim Sex dem Kind schaden könnten. Diese Angst ist unbegründet, denn es liegt gut geschützt in der Gebärmutter. Nur wenn es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt oder Blutungen auftreten, sollte man die Frauenärztin oder den Frauenarzt um Rat fragen. Vielleicht hast du trotzdem kein gutes Gefühl beim Sex und hältst dich lieber zurück, weil du zum Beispiel doch Angst hast, das Kind im Bauch zu verletzen, oder weil dich das Beisein einer „dritten Person“ irgendwie verwirrt. Wichtig ist dann, deiner Freundin zu erklären, wie es dir geht, damit sie sich nicht abgelehnt fühlt. Bestimmt fallen euch außer Geschlechtsverkehr noch andere Möglichkeiten ein, zärtlich miteinander zu sein und eure sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen.

Hygiene schützt!

In der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, dass beide Partner ihren Intimbereich sorgfältig pflegen. So lässt sich vermeiden, dass Krankheitskeime in die Scheide gelangen und eine Entzündung auslösen. Bei einer Infektion besteht immer die Gefahr, dass sie in die Gebärmutter aufsteigt und auf das Kind übertragen wird. Am besten wäscht man sich mit wenig Seife und viel warmem Wasser.

Intimpflegemittel sind überflüssig. Bei Frauen können sie außerdem die natürliche Scheidenflora stören, die für die Abwehr von Krankheitserregern wichtig ist. Unbeschnittene Jungen und Männer sollten sich unbedingt auch unter der Vorhaut reinigen.

Neben der Hygiene bieten Kondome während einer Schwangerschaft den besten Schutz vor Krankheitskeimen, die beim Sex übertragen werden können.

Geteilte (Vor-)Sorge

Für eine ungestörte Entwicklung eures Kindes ist es wichtig, dass deine Freundin in der Schwangerschaft auf eine gesunde Lebensweise achtet. Dazu gehört nicht nur eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Milch- und Vollkornprodukten. Auch der Verzicht aufs Rauchen, auf Alkohol und andere Drogen sind ganz wichtig. Die Giftstoffe schaden dem Kind auf viele verschiedene Weisen. Wusstest du, dass bei Kindern von nichtrauchenden Schwangeren das Risiko einer Frühgeburt nur halb so groß ist wie bei rauchenden?

Wenn deiner Freundin zum Beispiel das Rauchen wichtig war, könnte es ihr schwer fallen, darauf zu verzichten. Dabei kannst du ihr helfen und gleichzeitig eurem Kind etwas Gutes tun: Wenn du ebenfalls den Absprung schaffst, fällt es deiner Freundin bestimmt leichter, mit dem Rauchen aufzuhören. Zumindest solltest du dir verkneifen, in ihrer Gegenwart zu rauchen. Außerdem ist auch Passivrauchen schädlich für das Kind. Als Vater solltest auch du eurem Kind zuliebe auf Drogen jeder Art verzichten.

Wenn deine Freundin die regelmäßigen Vorsorgetermine wahrnimmt, kann überprüft werden, ob mit dem Kind alles in Ordnung ist. Die häufigen Termine bei der Ärztin, dem Arzt oder der Hebamme können zwar lästig sein, sind aber wichtig. Damit deine Freundin sich damit nicht allein gelassen fühlt, kannst du sie begleiten. Sorge dafür, dass diese Termine nicht in eine Zeit fallen, in der du nicht mitkommen kannst. Falls du ganztägig arbeitest, sprich diese Termine am besten frühzeitig mit deinem Chef ab. Du kannst dir deine Begleitung auch schriftlich von der Praxis bestätigen lassen.

Vorbereitung auf die Geburt

Sich auf die Geburt vorzubereiten, kann ganz verschieden aussehen. Wenn du mit dabei sein möchtest, ist es gut, wenn du dich vorher darüber informierst, wie eine Geburt verläuft. Falls du schon mal eine Geburt im Fernsehen oder Kino gesehen hast, lass dich davon nicht abschrecken. Eine Geburt wirkt im Film oft beängstigender als in Wirklichkeit. Trotzdem musst du dich natürlich darauf einstellen, deine Freundin und dich in einer Ausnahmesituation zu erleben.

Eine gute Möglichkeit zur Vorbereitung bieten Geburtsvorbereitungskurse für Paare, die ihr gemeinsam besuchen könnt. Leider müssen Männer solche Kurse selbst bezahlen. Aber vielleicht gibt es jemand, der dir eine Kursteilnahme schenken möchte. Bis jetzt gibt es in nur wenigen Städten Geburtsvorbereitungskurse speziell für junge werdende Eltern. Du kannst im Internet nach Möglichkeiten suchen, oder in einer Beratungsstelle nachfragen. Vielleicht schaffst du es ja, genau so einen Kurs in eurer Nähe ausfindig zu machen. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, was du bei der Geburt machen kannst, schau mal in der Broschüre "Mann wird Vater - Informationen für werdende Väter zur Geburt".

Bei einer Besichtigung der Geburtsklinik kannst du den Ort erkunden, an dem euer Kind zur Welt kommen soll. Die meisten Krankenhäuser bieten regelmäßig eine Kreißsaalbesichtigung an. Das kann helfen, sich auch in der Aufregung kurz vor der Geburt zurechtzufinden. Du kannst zum Beispiel nachschauen, wo sich die Aufzüge befinden und wie man am schnellsten zum Kreißsaal kommt. Wie lange hat der Kiosk auf und wo kann man draußen gut spazieren gehen? Dies zu wissen, kann später nützlich sein.

Mach dir keine Sorgen, wenn du bei einer Kreißsaalbegehung oder in einem Geburtsvorbereitungskurs komisch angeschaut wirst. Es ist schließlich etwas Besonderes, so jung Vater zu werden. Lass dich nicht einschüchtern - stelle ruhig die Fragen, die dich interessieren. Die meisten älteren Paare wissen wahrscheinlich nicht besser Bescheid als du.