Kinder brauchen Väter

„Ein Kind braucht seine Mutter“. Na klar. Aber was ist mit dem Vater? Fragst du dich manchmal, wie wichtig du für dein Kind bist? Ganz klar: Es braucht dich – auch wenn du nicht mit ihm zusammen lebst.

Eltern und Kind Gummistiefel stehen hintereinander. © David Toase/amanaimages/Corbis Images

Nach der Geburt dreht sich oft alles um Mutter und Kind. Vielleicht hast du das Gefühl, als junger Vater nicht gefragt zu sein. Mag sein, dass die Eltern deiner Freundin sich so sehr um sie kümmern, dass du dich wie das fünfte Rad am Wagen fühlst. Vielleicht hast du dich zurückgezogen, weil du mit der Mutter deines Kindes nicht mehr zusammen bist. 

Nicht wenige junge Väter denken aber auch, ein Kind sei bei seiner Mutter sowieso am besten aufgehoben. Das bekommen sie auch oft zu hören, von den eigenen Eltern oder auch den Eltern der jungen Mutter. Wer aber immer zu spüren bekommt, nicht so wichtig zu sein, der nimmt sich selbst bald auch nicht mehr wichtig. Und so ziehen sich manche junge Väter zurück oder bemühen sich gar nicht erst um ihr Kind. Einigen ist es vielleicht auch ganz recht so.

Kinder brauchen aber nicht nur die Liebe und Sorge ihrer Mutter, sondern auch die ihres Vaters. Schon ein Baby spürt, wenn zwei voneinander verschiedene Menschen es versorgen. 

Für dein Kind da sein

Vielleicht denkst du, dass du deinem Kind noch nicht viel bieten kannst. Ein Vater muss aber nicht perfekt sein. Das Wichtigste ist, dass du für dein Kind da bist, wenn es dich braucht. Für dein Kind ist nicht entscheidend, ob du viel verdienst, gut aussiehst oder sonst „etwas darstellst“. Es will Zeit mit dir verbringen, mit dir spielen und Spaß haben. Es möchte, dass du dich für seine Freuden und Sorgen interessierst und ihm zeigst, dass du es lieb hast. Wenn dein Kind spürt, dass es sich auf dich verlassen kann, gibst du ihm Sicherheit und Vertrauen. 

Vielleicht hättest du selbst gern mehr von deinem Vater gehabt? Überleg mal, was du selbst von deinem Vater bekommen hast, was dir gefehlt hat und was du dir gewünscht hättest. Das könnte helfen, dir darüber klar zu werden, was du deinem Kind geben möchtest.

Ein Teil von dir

Dein Kind ist ein eigener kleiner Mensch, mit dem du als Vater auf ganz besondere Weise verbunden bist. Es stammt von dir ab, es hat die Hälfte seiner Gene von dir, und es wird immer ein Teil von dir bleiben. Dein Kind hat ein Recht darauf, seine „andere Hälfte“ kennenzulernen. Du hast die Chance, deine Tochter oder deinen Sohn aufwachsen zu sehen und zu erleben, wie sich aus dem kleinen Baby ein Schulkind und später eine Frau oder ein Mann entwickelt.

Es ist sicher nicht einfach, als junger Vater eine Beziehung zu seinem Kind aufzubauen, wenn du nicht mit ihm zusammenlebst und nicht am Familienalltag teilnimmst. Trotzdem kannst du Verantwortung für dein Kind übernehmen und ihm ein guter Vater sein. 

Vaters Tochter, Vaters Sohn

Ob Junge oder Mädchen – beide brauchen die Unterstützung und Anerkennung ihres Vaters. Sie brauchen Mutter und Vater zum Liebhaben, damit sie selbstbewusste Männer oder Frauen werden können.

Jungen, die nicht oder nur selten mit ihrem Vater zusammen sind, haben es später oft schwer, ihre Rolle als Mann zu finden. Sie können sich nicht an ihrem Vater orientieren. Außerdem sind es auch im Kindergarten und in der Grundschule meistens Frauen, die sie erziehen und ihnen „die Welt erklären“. 

Mädchen brauchen ihren Vater als männliches Gegenstück zur Mutter und zu sich selbst. Ein liebevoller Vater ist wichtig, damit ein Mädchen Selbstvertrauen bekommt und später besser herausfinden kann, welcher Mann ihr ein verlässlicher Partner sein könnte.

Deine Tochter oder dein Sohn brauchen dich als männlichen Vertrauten, mit dem sie andere Dinge unternehmen und über andere Sachen reden können als mit ihrer Mutter. Sie kann nicht alle Bedürfnisse erfüllen. Und sie kann dich nicht ersetzen. 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 14.07.2010