Sie ist schwanger – was nun?

Pille vergessen oder Kondom abgerutscht? Es gibt viele Möglichkeiten, wie es ungeplant zu einer Schwangerschaft kommen kann. Und es passiert oft genau dann, wenn man am wenigsten damit rechnet.

Unterhaltung zwischen einem jungen Paar. © F1online

Hast du vor kurzem erfahren, dass deine Freundin schwanger ist? Dann sitzt dir der Schreck wahrscheinlich noch in den Knochen, und es fühlt sich ein bisschen an wie im Film. Plötzlich kommt einiges auf dich zu, mit dem du nicht gerechnet hast.

Es ist ganz normal, dass deine Gefühle jetzt ziemlich durcheinander gehen. Vielleicht bist du wütend, weil es mit der Verhütung nicht geklappt hat. Oder auch stolz auf deine Fruchtbarkeit. Angst vor der Zukunft kann sich mit der Lust mischen, bald eine aufregende Zeit zu erleben. Es braucht eine Weile, bis du für dich alles gut sortiert hast.

Willst du und / oder deine Freundin auf gar keinen Fall jetzt ein Kind? Innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen nach Empfängnis ist ein Schwangerschaftsabbruch unter bestimmten Bedinungen möglich. Je nachdem, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist, kann also die Zeit drängen. Manchmal stellt man die Schwangerschaft aber auch erst so spät fest, dass ein Abbruch gar nicht mehr in Frage kommt. Dann gilt es, der neuen Situation ins Auge zu sehen und sich gut vorzubereiten.

Wickeltisch und Fußballplatz

Wenn ihr das Kind bekommt, wird für dich bald manches anders laufen als bei deinen Freunden. Viele glauben, dass mit dem Vaterwerden öde Zeiten anbrechen. Dabei ist das Großziehen eines Kindes alles andere als langweilig. Mehr Verantwortung zu übernehmen heißt außerdem nicht automatisch, weniger Spaß am Leben zu haben. Wenn ihr euch gut organisiert, könnt ihr euch bestimmt die Freiräume im Familienleben schaffen, die ihr braucht.

Der Wunsch, dem Kind „etwas bieten“ zu können, ist für Männer oft besonders wichtig. Als Schüler, Azubi oder Student bist du von guten Verdienstmöglichkeiten allerdings noch weit entfernt. Doch selbst wenn es finanziell eng wird: Ihr solltet euch nicht gegen das Kind entscheiden, nur weil ihr glaubt, die Kosten nicht tragen zu können. In Schwangerschaftsberatungsstellen arbeiten Fachleute, die genau wissen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. Übergangsweise von öffentlichen Geldern zu leben ist nichts Schlechtes. Vielmehr kann das eure Situation sehr erleichtern. Die Unterstützung gibt dir die Chance, deine Ausbildung abzuschließen und einen guten Job zu finden.

Wer kümmert sich um dich?

Hast du schon jemandem gesagt, dass deine Freundin schwanger ist? Als junger werdender Vater musst du damit rechnen, dass nicht alle das toll finden. Eure Eltern haben vielleicht Angst, dass ihr überfordert seid und es mit eurer Ausbildung nicht klappt. Vielleicht können sie sich auch nicht vorstellen, jetzt schon Großeltern zu werden. Oder sie befürchten, sich mehr um ihr Enkelkind kümmern zu müssen, als ihnen lieb ist. Wundere dich also nicht, wenn du zuerst Vorwürfe zu hören bekommst oder deine Eltern sich fragen, wie du das alles hinkriegen willst.

Dass jemand spontan sagt, „das schaffst du schon!“, oder einfach danach fragt, wie es dir geht, wird vielleicht weniger vorkommen. Trotzdem musst du nicht heldenhaft alles mit dir allein ausmachen. Auch Männer brauchen manchmal jemanden, bei dem sie sich „ausheulen“ können. Hast du einen besten Freund oder gibt es einen Erwachsenen, mit dem du dir das vorstellen kannst? Wenn du es schaffst, deine Sorgen mitzuteilen, sieht vieles nicht mehr so düster aus.

Auch unabhängig von den Sorgen deiner Freundin oder der Eltern ist es wichtig, dass du für dich selbst schaust, was DU möchtest. Als werdender Vater hast du das Recht auf ein klärendes Gespräch mit Fachleuten in einer Schwangerschaftsberatungsstelle. Die Beratung ist kostenlos, und die Beraterinnen und Berater haben Schweigepflicht. Du kannst allein, mit deiner Freundin oder auch deinem besten Freund kommen. Es lohnt sich, es auszuprobieren!