Wie sich das Baby entwickelt

Wann kann ein Baby greifen, sich umdrehen oder krabbeln? Wie kann man die Entwicklung des Kindes fördern?

Nicht alle Babys entwickeln sich gleich. Die einen können früh krabbeln, fangen aber erst spät an zu sprechen. Bei den anderen ist es umgekehrt. Manche Kinder entwickeln sich allmählich und in kleinen Schritten. Bei anderen passiert eine Zeitlang nur wenig und dann wieder viel auf einmal. 

Baby auf dem Boden robbend hebt eine Hand
© Radius Images/Corbis Images

Die kostenlosen „Früherkennungsuntersuchungen“ (U1 bis U10) bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt sind dazu da, die Entwicklung eures Kindes sorgfältig zu beobachten und zu begleiten. Insgesamt sind im ersten Lebensjahr für euer Baby gleich sechs davon vorgesehen. Die ersten beiden (U1 und U2) werden bereits unmittelbar nach Geburt und am dritten Lebenstag gemacht. Da manche Verzögerungen, Probleme oder Erkrankungen zu bestimmten Zeitpunkten besonders gut behandelt werden können, solltet ihr keine Untersuchung verpassen.

Ausführliche Infos zu allen Untersuchungen findet ihr online auf kindergesundheit-info.de.

In der Kinderarztpraxis

Wenn eine Früherkennungsuntersuchung ansteht, macht ihr einen Termin bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Bei den ersten Kinderarztbesuchen fühlt ihr euch vielleicht noch unsicher. Das geht vielen Eltern so. Es hilft, sich auf die Termine vorzubereiten:

  • Schreibt vor dem Arztbesuch alle Fragen auf, die ihr stellen wollt.
  • Denkt an die Versicherungskarte, das gelbe „Untersuchungsheft für Kinder“ und gegebenenfalls den Impfpass. 
  • Oft ist es gut, jemanden mitzunehmen, denn vier Ohren hören und verstehen mehr als zwei.
  • Schildert während des Arztbesuches eure Probleme, Beschwerden und Lebensumstände möglichst genau und ehrlich. Ihr könnt auf die ärztliche Schweigepflicht vertrauen. Erzählt auch, wenn euch etwas bedrückt, besorgt oder verunsichert.
  • Traut euch, Fragen zu stellen - vor allem, wenn ihr etwas nicht versteht.
  • Am besten macht ihr gleich einen Termin für die nächste Untersuchung aus. Ihr könnt die Praxis auch bitten, euch an den Termin zu erinnern.

Entwicklung fördern

Die meisten Eltern unterstützen die Entwicklung ihres Kindes, ohne groß darüber nachdenken zu müssen. Ihr könnt euer Kind auf verschiedene Weise fördern:

  • Sprecht von Anfang an möglichst viel mit ihm. Erzählt, was ihr gerade tut („Jetzt kriegst du vom Papa eine frische Windel“, „Die Mama holt dich gleich aus deinem Bettchen“ …). Babys lieben auch kleine Lieder, kurze Reime oder Fingerspiele. Je öfter man sie wiederholt, umso schöner für sie. Das gibt den Babys Sicherheit.
  • Zusammen kleine Bilderbücher anzuschauen und darüber zu sprechen („Schau mal, was ist denn das?“, „Wie macht die Kuh?“ usw.), macht den Kleinen großen Spaß. Das geht schon im ersten Lebensjahr.
  • Lasst das Kind möglichst viele Sachen selbst ausprobieren. Wenn es später allein mit dem Löffel essen will, wird es sich zwar bekleckern und ihr habt erstmal mehr Arbeit, dafür lernt es aber schneller den Umgang mit Besteck. 

Eltern müssen nicht immer alles richtig machen. Hauptsache, die Kinder können sich auf die Eltern verlassen und fühlen sich geborgen. Und auch ihr habt als Mama oder Papa das Recht, eurem Kind mal zu sagen, dass ihr müde seid. 

Wichtige Entwicklungsschritte

Jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Deshalb sind alle folgenden Zeitangaben natürlich nur grobe Anhaltspunkte!

Mit drei Monaten halten die meisten Babys Blickkontakt und lächeln dann hin und wieder. Bewegt sich ein Gegenstand, verfolgen sie ihn mit den Augen. Sie können mit unterschiedlichem Ausdruck schreien – ja nachdem, ob sie gelangweilt oder hungrig sind oder Schmerzen haben.

Mit sechs Monaten genießt euer Baby kleine Spiele, bei denen ihr es bewegt, zum Beispiel seine Ärmchen hochhebt oder es auf euren Knien hin- und herschaukelt. Es nimmt Dinge von einer Hand in die andere und untersucht sie – vor allem mit dem Mund. Es kann den Kopf sicher halten und sich vom Rücken auf den Bauch und zurück drehen.

Mit neun Monaten unterscheidet euer Kind bekannte Menschen deutlich von anderen und „fremdelt“ vielleicht. Das heißt, es ist sehr anhänglich und weint schnell, wenn es Kontakt zu Personen hat, die es noch nicht kennt. Es kann Gegenstände sicher festhalten, um sie genau zu untersuchen. Es sitzt frei mit geradem Rücken. Mit zwölf Monaten kann das Kind gezielt greifen, indem es Dinge mit dem Daumen und Zeigefinger aufnimmt. Es steht sicher, wenn es sich festhalten kann. Einige Kinder können auch schon ein paar Schritte gehen.

Falls ihr unsicher seid, ob sich euer Kind „normal“ entwickelt, könnt ihr die Kinderärztin oder den Kinderarzt danach fragen. Mehr Informationen zu den Entwicklungsschritten von Kindern und Tipps für den Alltag findet ihr auf kindergesundheit-info.de.

Wenn das Kind größer wird

Kinder machen täglich neue Erfahrungen, lernen dazu und erweitern ihren Spielraum. Schon im ersten Lebensjahr können sie sich allein fortbewegen, etwa durch Robben oder Krabbeln. Mit gut einem Jahr können viele Kinder schon laufen, bei nicht wenigen dauert es ein halbes Jahr länger.

Für die Eltern bedeutet jeder Entwicklungsschritt eine neue Herausforderung: Mal wird der CD-Schrank ausgeräumt, mal das Küchenregal. Jetzt müsst ihr eure Augen eigentlich überall haben, um bei Gefahr eingreifen zu können. Unfallrisiken in der Wohnung müssen beseitigt werden.

Der Mittagsschlaf wird kürzer und fällt irgendwann ganz weg. Euer Kind findet jetzt immer mehr Spielmöglichkeiten, fordert mehr Aufmerksamkeit und Unterhaltung. Andere Kinder werden wichtiger. Das alles kann für Eltern anstrengend sein – aber es macht Spaß, zuzuschauen, wie das Kind die Welt erobert und versucht, vieles allein zu schaffen.

Hilfe für Alleinerziehende

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 14.07.2010