Erfahrungsberichte: Glück und Liebeskummer

»Ich muss öfter weinen«

»Jetzt, wo das Baby da ist, streiten wir viel öfter. Das Baby schreit so viel. Das stresst mich, und dann schreie ich meinen Freund an. Ich habe auch Gefühlsschwankungen. Ich muss öfter weinen. Zum Glück kommt mein Freund damit ganz gut zurecht. Er ist halt schon 23, hat mehr Erfahrung als ich. Erst habe ich gestillt, das war anstrengend. Jetzt ist der Kleine zwei Monate alt und bekommt die Flasche, da kann mein Freund mich auch mal entlasten. Wenn ich drei Wünsche frei hätte, dann würde ich mir wünschen, dass der Kleine durchschläft. Dass er gesund bleibt. Und dass überhaupt alles so bleibt wie jetzt – mit mir, meinem Freund und dem Baby. Denn eigentlich sind wir total glücklich.«

Charlotte, 18

»Unsere Beziehung hat sich verändert«

»Ich war 15, als ich das Baby bekommen habe, und unsere Beziehung hat sich damals drastisch verändert. Vor allem die körperliche Nähe! Ich war kaputt und müde und hatte entsprechend wenig Lust auf Sex. Und dann war da ja auch noch die Schule … Als ich 16 war, kam ich mir schon fast vor wie eine Hausfrau. Alles war so wenig romantisch! Ich hätte sehr gern unsere kleine Familie zusammengehalten, aber irgendwie ging es nicht. So wie unser Alltag lief, habe ich mich immer wieder gefragt, ob es noch Liebe ist oder nur Zweckmäßigkeit? Irgendwann ging es einfach nicht mehr. Zumal meine Lebensvorstellungen meinem Freund auch überhaupt nicht gefallen haben. Schließlich haben wir uns getrennt. Mittlerweile habe ich eine neue Beziehung.«

Lena, 19

»Wir sind viel enger zusammen als vorher«

»Als ich mit 14 das erste Mal schwanger war, meinte mein damaliger Freund, der fünf Jahre älter war als ich: „Das schaffen wir schon!“ Manchmal haben wir uns supergut verstanden und waren total glücklich. Aber leider hat er auch während der Schwangerschaft teilweise schon viel zu viel getrunken und meinte dann immer: „Scheiße, was soll ich dem Kind bieten … “. Irgendwann hat er eingesehen, dass er ein echtes Alkoholproblem hat, und ist in einen Therapieentzug gegangen. Sogar mehrmals. Aber er hat es nicht geschafft. Als unser Sohn sieben Monate alt war, habe ich mich dann endgültig von ihm getrennt.

Zum Glück hat meine Mutter immer zu mir gehalten. Und die Frauen in der Mutter-Kind-Einrichtung haben mich auch unterstützt. Zuerst war das alles sehr schlimm und belastend für mich. Ich konnte auch nicht gut drüber reden. Aber nach ungefähr zwei Monaten bin ich doch mal wieder ausgegangen und habe einige Zeit später meinen jetzigen Mann kennen gelernt. Er ist zehn Jahre älter als ich, und wir haben vor einem halben Jahr geheiratet. Ich bin glücklich, weil ich ihm wirklich vertrauen kann.

Als ich dann von ihm schwanger wurde, hatte ich zuerst große Verlustängste und Sorgen, dass alles so wird wie beim ersten Kind. Anfangs war der Alltag mit zwei Kleinen auch sehr anstrengend, und wir waren beide oft gereizt. Man hat überhaupt keine Zeit für sich! Und die Beziehung ist plötzlich ganz anders. Aber wir haben gelernt, damit klarzukommen. Wir planen jetzt viel im Voraus und sind auch dadurch viel enger zusammen als vorher. Ja, wir sind jetzt eigentlich komplett. Und ich bin glücklich.«

Pia, 19 (2 Kinder, 3 und 1 Jahr alt)