Häufig gestellte Fragen

Erste Zeit mit Kind

Was ist, wenn man keine „Vatergefühle“ entwickelt?

Vätern fällt es oft schwerer als Müttern, spontan eine Beziehung zu ihrem Kind zu entwickeln. Während die Frauen neun Monate lang körperlich erlebt haben, wie ihr Kind in ihnen wächst, müssen die Männer nach der Geburt erst „begreifen“, dass sie jetzt Vater sind.

Es ist völlig in Ordnung, wenn du dich langsam an dein Vatersein herantastest. Je mehr Aufgaben du übernimmst, umso leichter wird es dir fallen, väterliche Gefühle zu entwickeln. Du kannst das Baby in den Schlaf wiegen oder mit dem Kinderwagen spazieren fahren, du kannst es baden, wickeln und anziehen oder ihm das Fläschchen geben, wenn deine Freundin es nicht stillt. Manche Väter fühlen sich aber erst richtig als Vater, wenn das Kind älter ist und das erste Mal „Papa“ zu ihnen sagt.

Wenn du im Kontakt mit dem Baby Angst hast, dass du einen Fehler machst, dann solltest du das nicht für dich behalten. Fast alle Menschen sind erst einmal unsicher im Umgang mit einem Säugling. Aber selbst wenn du dich unsicher fühlst, kannst du mit ihm in Kontakt kommen. Es braucht dich, auch wenn es das noch nicht sagen kann.

Was ist, wenn man nicht sofort „Muttergefühle“ entwickelt?

Wenn du nach der Geburt deines Kindes nicht gleich intensive „Muttergefühle“ verspürst, musst du dir nicht gleich Sorgen machen. Viele Frauen brauchen erst einmal etwas Erholung und Abstand von der Geburt, um sich auf das Muttersein einlassen zu können.

Normal ist auch, wenn du gemischte Gefühle gegenüber deinem Kind hast. Mal hat man sein Kind unendlich lieb, mal geht es einem auch auf die Nerven. Trotzdem kannst du dich verantwortungsvoll um dein Kind kümmern. Es ist von dir abhängig und es gibt eine Menge zu tun, auch wenn es nicht immer Spaß macht und du manchmal schlechte Laune hast.

Manchmal kann eine Mutter jedoch auf Dauer keine Liebesgefühle für ihr Kind entwickeln. In einer solchen Situation ist es wichtig, sich dies einzugestehen und anderen mitzuteilen. Manchmal hilft dieses Eingeständnis, einen neuen Kontakt zum Kind zu bekommen, manchmal braucht man aber auch Unterstützung von anderen Menschen. Nimm die Situation ernst und wende dich an andere. Rat und Hilfe bieten Hebammen, Ärztinnen und Ärzte oder eine Schwangerenberatungsstelle.

Wer kann helfen, falls es Probleme mit dem Baby gibt?

Falls du in den ersten Wochen nach der Geburt Schwierigkeiten mit dem Baby hast, ist die Hebamme deine erste Ansprechpartnerin. Sie kann dir helfen, die Signale des Kindes besser zu verstehen und richtig darauf zu reagieren. Außerdem kann sie dich bei der Säuglingspflege unterstützen. Trotzdem kannst du als junge Mutter oder als junger Vater in Situationen kommen, die dich überfordern – zum Beispiel, wenn das Kind viel schreit. Dann ist es das Beste, umgehend Hilfe zu holen. Damit zeigst du auch, dass du dich verantwortlich um dein Kind kümmerst.

Du kannst dich auch an eine Erziehungsberatungsstelle oder eine Schwangerschaftsberatungsstelle wenden. Die Beraterinnen und Berater stehen unter Schweigepflicht. Du brauchst auch keine Scheu zu haben, dich an das Jugendamt zu wenden. Das Jugendamt ist verpflichtet, dich und dein Kind so gut wie möglich zu unterstützen. Auch die Kinderärztin oder der Kinderarzt sind gute Ansprechpartner.

Wenn du nach dem Wochenbett weiter Unterstützung brauchst, kannst du eine Betreuung durch eine Familienhebamme beantragen. Dazu wendest du dich an eine Schwangerenberatungsstelle oder das zuständige Gesundheits- oder Jugendamt.

Wie schnell kann man nach der Geburt wieder schwanger werden?

Theoretisch kannst du bereits kurz nach der Geburt wieder schwanger werden. Schon etwa vier Wochen nach der Geburt können vor allem Frauen, die nicht stillen, das erste Mal wieder fruchtbare Tage haben.

Wenn Frauen regelmäßig stillen, ohne zuzufüttern, wird dadurch der Eisprung unterdrückt. Manche Frauen nutzen dies als natürliche Verhütungsmethode in den ersten sechs Monaten nach der Geburt. Da dies aber kein zuverlässiger Schutz ist, wird sicherheitshalber empfohlen, auch in der Stillzeit ein Verhütungsmittel zu benutzen. Hormonelle Verhütungsmittel kommen nur infrage, wenn sie kein Östrogen enthalten. Natürlich können auch Kondome verwendet werden.

Schadet Stillen den Brüsten?

Stillen schadet den Brüsten nicht, sondern bietet sogar einen gewissen Schutz vor Brustkrebs.

Bereits in der Schwangerschaft bereitet sich der weibliche Körper auf die Stillzeit vor. Es bildet sich mehr Milchdrüsengewebe und die Brüste werden größer. In der Stillzeit füllen sich die Brüste dann mit Milch, was das Bindegewebe und die Haut beansprucht. Dies kann Spuren hinterlassen, passiert aber unabhängig davon, ob man stillt oder nicht.

Die Brüste können ihre Form verändern und sind nach Schwangerschaft und Stillzeit oft nicht mehr so straff wie vorher. Wie sich die Brüste letztlich verändern werden, lässt sich jedoch kaum vorhersagen. Manche Frauen haben nach der Stillzeit einen etwas größeren Busen, bei anderen bleibt er fast gleich und einige haben etwas weniger als vorher.