Häufig gestellte Fragen

Gefahren in der Schwangerschaft

Ist es schlecht für das Kind, wenn ich heiß bade?

Heißes Baden schadet dem Ungeborenen nicht. Es kann höchstens sein, dass du Kreislaufprobleme bekommst, und das ist wiederum schlecht für den Kreislauf des Kindes.

Wer gerne oft und sehr heiß badet, sollte sich während der Schwangerschaft besser ein wenig einschränken. Grundsätzlich kannst du aber auf dein Gefühl vertrauen: Was dir körperliches Wohlsein verschafft, ist meist auch gut für dein Kind.

Ist es schlimm, wenn man sich den Bauch stößt oder hinfällt?

Wenn du stürzt oder zum Beispiel im Gedränge einen Stoß in den Bauch bekommst, schadet das dem Kind normalerweise nicht. Es ist durch die Gebärmutter und das Fruchtwasser gut geschützt. Stöße von außen werden meist so abgefedert, dass es keinen Schaden nimmt.

Falls du nach einem Sturz oder einem heftigen Stoß in den Bauch jedoch starke Bauchschmerzen, Blutungen oder plötzlich starken wässrigen Ausfluss bekommst, solltest du dich allerdings sofort an eine Ärztin oder einen Arzt wenden. Am besten rufe einen Notarztwagen, der dich ins Krankenhaus bringt. In seltenen Fällen wird nämlich die Fruchtblase beschädigt oder die Plazenta löst sich von der Gebärmutterwand.  

Muss ich zum Arzt, wenn ich ein Ziehen im Unterbauch spüre?

Ein leichtes Ziehen im Unterbauch ist eine ganz normale Begleiterscheinung der Schwangerschaft. Weil sich die Haltebänder der Gebärmutter während der Schwangerschaft dehnen, können sogenannte „Mutterbandschmerzen“ auftreten. Oft strahlen sie auch bis in die Leisten aus.

Manchmal weisen Schmerzen im Unterleib aber auch auf Komplikationen hin. Krampfartige Schmerzen, besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel, können auch Zeichen einer drohenden Fehlgeburt sein. Wenn gleichzeitig Blutungen auftreten, solltest du dich sofort an deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt wenden.

Schadet laute Musik, zum Beispiel in der Disko, dem Kind?

Das Gehör des Ungeborenen ist etwa ab dem fünften Monat ausgebildet. Allerdings hört es die Geräusche von außen, die mütterliche Stimme, ihren Herzschlag oder Verdauungsgeräusche durch das Fruchtwasser nur sehr gedämpft.

Durch sehr laute Musik und schnelle Bässe kann das Kind aber in Stress geraten. Starke Bässe hört das Kind nicht nur, sondern spürt sie auch. Wenn du merkst, dass du beim Musikhören einen schnelleren Herzschlag bekommst und nervös wirst, zieh’ dich besser zurück. Alles, was dir oder deinem Kind Stress bereitet, solltest du in der Schwangerschaft besser vermeiden.

Kann ich in der Schwangerschaft weiter Sport treiben?

Bei einem normalen Verlauf der Schwangerschaft spricht nichts dagegen, weiter Sport zu treiben. Wer sportlich aktiv ist, regt seinen Kreislauf an und tut damit etwas für seine Gesundheit. Schwimmen ist besonders geeignet, weil durch den Auftrieb des Wassers der Rücken entlastet wird. Auch Fahrradfahren und flottes Spazierengehen (Walken) sind gut möglich.

Bei Sportarten, bei denen man leicht stürzen oder sich verletzen kann (wie Inline-Skaten oder Reiten), sollten Schwangere vorsichtig sein. Beim Joggen, aber auch beim Tennis oder Squash sind der Rücken und der Beckenboden Erschütterungen ausgesetzt, die bei zunehmendem Gewicht unangenehm werden.

Falls du vorzeitige Blutungen oder Wehen hattest, musst du eine Sportpause einlegen, um keine Frühgeburt zu riskieren. Deine Ärztin oder dein Arzt kann dich beraten, wenn du dir nicht sicher bist, ob du weiter Sport treiben kannst.

Soll man zur Ärztin oder zum Arzt gehen, wenn am Anfang der Schwangerschaft leichte Blutungen auftreten?

Leichte Blutungen kommen am Anfang der Schwangerschaft häufiger vor, wenn sich das Ei in der Gebärmutter einnistet. Solche „Schmierblutungen“ sind rot-bräunlich und deutlich schwächer als die normale Menstruationsblutung. Meistens sind sie harmlos.

Manchmal ist aber auch eine Scheideninfektion oder eine Entzündung am Gebärmutterhals der Grund für die Blutung. Wenn eine Blutung mit Unterleibsschmerzen einhergeht, solltest du auf alle Fälle ärztlichen Rat einholen. Solche Blutungen können ein Hinweis auf eine drohende Fehlgeburt sein.

Ich gehe öfters auf die Sonnenbank. Schadet das jetzt?

Grundsätzlich erhöht jedes Sonnenbad – ob unter freiem Himmel oder im Sonnenstudio – das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken. Denn die ultravioletten Strahlen (UV-Strahlen) dringen tief in die Haut ein und können die Zellen schädigen. Besonders gefährdet sind Menschen mit heller Haut, vielen Leberflecken (Fachausdruck: Nävi) oder anderen Pigmentstörungen. Je früher und häufiger man direkter UV-Bestrahlung ausgesetzt war, desto höher ist das Hautkrebsrisiko. Unter anderem deshalb sind Solariumsbesuche für Jugendliche unter 18 Jahren seit 2009 verboten. Doch auch wer über 18 ist, sollte mit der künstlichen UV-Bestrahlung sehr vorsichtig sein.

In der Schwangerschaft reagiert die Haut durch den Einfluss der Hormone noch empfindlicher auf ultraviolette Strahlen. Bei Schwangeren treten häufiger Hautreizungen, Sonnenallergien oder dunkle Hautflecken (Pigmentstörungen) auf, besonders im Gesicht und im Bereich von Leberflecken und Brustwarzen. Außerdem wird vermutet, dass UV-Strahlung zum Abbau von Folsäure beiträgt. Folsäure ist aber besonders in den ersten Wochen der Schwangerschaft wichtig für die Entwicklung von Rückenmark, Gehirn und Nervenzellen des Embryos. Insgesamt ist es daher besser, auf den Solariumsbesuch zumindest in der Frühschwangerschaft zu verzichten.

Was passiert, wenn man während der Schwangerschaft raucht?

Rauchen schadet dir und deinem Kind – sogar dann, wenn du dich nur in Räumen aufhältst, in denen andere rauchen. Nikotin verengt die Blutgefäße, die bei einem ungeborenen Baby noch winzig klein sind. Wenn der Körper des Babys nicht richtig durchblutet wird, bekommt er zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe.

Das Risiko einer Fehlgeburt ist bei Nichtraucherinnen nur halb so hoch wie bei Raucherinnen. Ihre Kinder haben größere Chancen, normal groß und schwer auf die Welt zu kommen, und bekommen seltener Allergien und Infektionskrankheiten. Kinder von nicht rauchenden Eltern sind auch seltener vom sogenannten plötzlichen Kindstod betroffen.

Wenn du und dein Partner eurem Baby zuliebe aufs Rauchen verzichtet, tragt ihr viel dazu bei, dass es gesund aufwachsen kann.