Häufig gestellte Fragen

Unterhalt und andere Rechtsfragen

Kann das Jugendamt den Eltern das Kind wegnehmen?

Bei einer Gefährdung des Kindeswohls kann das Jugendamt bestimmen, dass ein Kind vorübergehend oder auf Dauer in einer Pflegefamilie oder einem Heim untergebracht wird. Kinder werden aber nur dann aus der Familie herausgenommen, wenn das Jugendamt keine andere Möglichkeit mehr sieht. Ziel des Jugendamtes ist es nämlich, alles dafür zu tun, dass es dem Kind gut geht und es bei seinen Eltern bleiben kann.

Das Jugendamt wird aktiv, sobald es Hinweise auf eine Gefährdung des Kindeswohls gibt: zum Beispiel, wenn das Kind vernachlässigt oder falsch ernährt wird oder die Eltern es nicht angemessen versorgen, wenn es krank ist.

Falls du als Mutter oder Vater merkst, dass du mit der Kinderbetreuung überfordert bist, kannst du dich auch selbst an das Jugendamt wenden. Ihr braucht keine Angst zu haben, dass euch das Kind weggenommen wird, weil ihr Probleme oder viele Fragen habt! Wenn ihr euch Hilfe holt, zeigt ihr vielmehr, dass ihr verantwortlich mit eurer Sorgepflicht gegenüber dem Kind umgeht.

Wer bestimmt den Namen des Babys?

Bei nicht verheirateten Eltern bekommt das Kind nach der Geburt den Familiennamen der Mutter. Da sie alleine das Sorgerecht hat, kann sie auch den Vornamen des Kindes bestimmen. Der Vater hat nur dann ein Recht, den Vornamen des Kindes mitzubestimmen, wenn ein gemeinsames Sorgerecht beim Jugendamt eingerichtet wurde.

Wenn die Eltern volljährig und darin einig sind, dass das Kind den Familiennamen des Vaters bekommen soll, können sie dies beim Standesamt regeln. Dafür muss keine gemeinsame elterliche Sorge vorliegen. Die Wahl des Familiennamens sollte jedoch gut überlegt sein. Es ist nämlich kaum möglich, die einmal getroffene Entscheidung später wieder zurückzunehmen.

Muss eigentlich nur der Vater Kindesunterhalt zahlen?

Grundsätzlich sind beide Eltern verpflichtet, für den Lebensunterhalt ihres gemeinsamen Kindes aufzukommen. Wenn die Eltern getrennt leben, ist jeweils der Elternteil, der nicht mit dem Kind zusammenlebt, verpflichtet, Kindesunterhalt zu zahlen.

Wohnt das Kind bei der Mutter, kommt diese ihren Unterhaltspflichten nach, indem sie das Kind betreut und pflegt. Der Vater leistet seinen Beitrag, indem er einen Geldbetrag beisteuert. Lebt das Kind beim Vater, muss die Mutter Kindesunterhalt zahlen.

Muss man als Vater Unterhalt zahlen, wenn man noch in der Ausbildung ist?

Wenn du als Vater nicht mit deinem Kind zusammenlebst, musst du grundsätzlich Unterhalt zahlen, sobald du ein eigenes Einkommen hast. Dabei gibt es jedoch einen sogenannten Selbstbehalt. Das ist ein Betrag, der dir für deinen eigenen Lebensunterhalt zugestanden wird. Nur von dem Einkommen, das darüber hinausgeht, musst du Kindesunterhalt zahlen. Du kannst dich an das Jugendamt wenden, um deine Unterhaltspflicht klären zu lassen.

In der Ausbildung wird dein Einkommen den Selbstbehalt wahrscheinlich noch nicht übersteigen. Erst wenn du entsprechend gut verdienst, musst du Kindesunterhalt zahlen. Die Höhe richtet sich dann nach deinem Einkommen und dem Alter des Kindes. Erkundige dich beim Jugendamt, ob du einen Antrag auf Herabsetzung des Unterhalts auf null Euro stellen kannst. Solange du nur ein geringes Einkommen hast, zahlt die Unterhaltsvorschusskasse den Unterhalt für dein Kind.

Wer zahlt Unterhalt für das Kind, wenn der Vater nicht zahlen kann?

Wenn der Vater des Kindes seinen Unterhaltspflichten nicht nachkommt, kann die Mutter beim Jugendamt den sogenannten Unterhaltsvorschuss beantragen. Dieser wird maximal 72 Monate lang und höchstens bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres des Kindes gezahlt.

Ist die Vaterschaft noch nicht geklärt, wird der Unterhaltsvorschuss nur gewährt, wenn die Mutter mit dazu beiträgt, dass die Vaterschaft festgestellt werden kann. Denn das Jugendamt möchte die Möglichkeit haben, das Geld später vom Vater zurückzufordern.

Sind die Eltern des Vaters verpflichtet, ersatzweise Unterhalt zu zahlen?

Im Prinzip müssen auch Großeltern Unterhalt für ihre Enkelkinder zahlen, wenn die Eltern dazu nicht in der Lage sind. Allerdings dürfen sie einen recht hohen Betrag von ihrem Einkommen für den eigenen Lebensunterhalt behalten.

In der Praxis kommt es selten vor, dass Großeltern tatsächlich Unterhalt für ihre Enkelkinder zahlen müssen. Wenn der Vater nicht zahlen kann, wird in der Regel vom Jugendamt ein Unterhaltsvorschuss gezahlt. Dieser Betrag kann später vom Vater zurückgefordert werden.

Was mache ich, wenn der Vater des Kindes sich weigert, die Vaterschaft anzuerkennen?

Wenn der vermutliche Vater des Kindes seine Vaterschaft abstreitet, kannst du als Mutter die Feststellung der Vaterschaft durchsetzen. Dabei bietet dir das Jugendamt die sogenannte Beistandschaft an. Damit kann das Jugendamt im Namen deines Kindes die Feststellung der Vaterschaft vor Gericht klären lassen.

Die Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft ist nicht nur für die Frage entscheidend, wer für den Kindesunterhalt aufkommen muss. Ein Kind hat ein Recht, zu erfahren, wer sein leiblicher Vater ist. Es nicht zu wissen, kann für ein Kind zu einer seelischen Belastung werden.