Mit dem Kind zum Arzt

Wann muss ein Baby zum Arzt, und was ist in einem Notfall zu tun? Warum sind die Früherkennungsuntersuchungen wichtig?

Babys können noch nicht sagen, was ihnen weh tut. Deshalb kann es schwer sein, zu erkennen, ob das Baby krank ist und ob es ärztliche Hilfe braucht. Wenn ihr unsicher seid, fragt die Hebamme um Rat oder ruft bei einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt an. Normalerweise muss ein Baby zum Arzt, wenn

  • es nicht mehr wie gewohnt trinken mag,
  • das Füttern ein Problem ist,
  • es beim Trinken so viel spuckt, dass es nicht genug Nahrung bei sich behält,
  • es nicht an Gewicht zunimmt oder
  • es den Eindruck macht, als ob es Schmerzen hat, weil es zum Beispiel den Rücken überstreckt.

Im Notfall: 112 anrufen

Zum Glück passieren nicht viele Unfälle. Falls es aber doch geschieht und das Baby verletzt ist, ist das ein Notfall. Das Wichtigste ist jetzt: Möglichst ruhig bleiben und die Notfall-Nummer 112 wählen! Besteht kein Verdacht auf eine Rücken- oder Kopfverletzung, dann haltet euer Kind im Arm. Andernfalls legt es vorsichtig hin. Streichelt sanft sein Händchen oder die Wange und lasst das Baby auf keinen Fall allein.

Manchmal bekommen Babys oder kleine Kinder, wenn sie eine Temperatur über 38 Grad haben, einen Fieberkrampf. Das erkennt ihr daran, dass das Kind plötzlich ganz blass wird, seine Arme oder Beine zucken und Speichel aus seinem Mund rinnt. Am besten bringt ihr dann das Baby in eine seitliche Lage, sodass der Speichel abfließen kann, und ruft sofort die 112 an.

Ausführliche Infos zu dem Thema „Fieber“ findet ihr auch auf kindergesundheit-info.de.

Tipp: Hilfsorganisationen, manche Hebammen und auch Einrichtungen der Familienbildung bieten spezielle Kurse für die Erste Hilfe bei Kindern an. Wichtige Infos zu Erster Hilfe sowie die Adressen von Giftnotrufzentralen findet ihr auf kindergesundheit-info.de.

U 1 bis U 3: Wichtige Erstuntersuchungen

Säugling wird gemessen © Vladimir Godnik/Getty Images
© Vladimir Godnik/Getty Images

In den ersten Lebenswochen sind für Babys gleich drei Früherkennungsuntersuchungen vorgesehen. Sie sollen sicherstellen, dass bestimmte Erkrankungen rechtzeitig erkannt werden, weil ihre Behandlung nur in einem bestimmten Alter Erfolg versprechend ist. Deshalb solltet ihr keine Untersuchung verpassen. Wann ihr mit eurem Kind zu einer Früherkennungsuntersuchung müsst, steht auch auf dem gelben Vorsorgeheft, genauso wie die Zeiten, wann euer Kind eine Impfung erhalten sollte. 

Die U1 ist die allererste Untersuchung direkt nach der Geburt. Bei der U1 wird das Neugeborene gewogen und gemessen. Es wird untersucht, ob alle lebenswichtigen Körperfunktionen des Neugeborenen in Ordnung sind. Mit dem sogenannten „APGAR“-Test werden Atmung, Puls, Grundtonus (Muskelspannung), Aussehen und Reflexe des Kindes geprüft. Sein Blut wird untersucht, und es bekommt Vitamin-K-Tropfen. Vitamin K beugt inneren Blutungen vor. 

In den ersten drei Lebenstagen wird für alle Neugeborenen auch ein kostenloser Hörtest angeboten.

Die U2 folgt zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag. Auch sie wird oft noch in der Klinik durchgeführt. Sie ist die erste kinderärztliche Grunduntersuchung „von Kopf bis Fuß“. Bei der U2 werden der Körper, das Skelett, die Organe und die Mundhöhle untersucht. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt besprechen bei der U2 auch mit euch, wie ihr Erkrankungen eures Babys vorbeugen könnt. Falls ihr Fragen habt oder euch etwas an eurem Kind aufgefallen ist, schreibt ihr das am besten vor dem Termin auf. Während der Untersuchung vergisst man viele Fragen sonst leicht.

Die U3 ist meist die erste Untersuchung in der kinderärztlichen Praxis. Sie sollte in der vierten bis sechsten Lebenswoche stattfinden und ist zum Beispiel wichtig, um eine mögliche Fehlstellung der Hüftgelenke rechtzeitig entdecken und behandeln zu können.

In der Regel werdet ihr bei der U3 auch zur Ernährung des Kindes beraten, zu wichtigen Impfungen und anderen Vorsichtsmaßnahmen, zum Beispiel zur Unfallverhütung.

Viele Kinderärztinnen und Kinderärzte bieten für die ersten Untersuchungen auch Hausbesuche an. Das könnte dir und deinem Kind Stress durch die Anfahrt und Wartezeiten in der Praxis ersparen.

Ausführliche Infos zu allen Untersuchungen findet ihr online unter kindergesundheit-info.de.

Ihr könnt auch das BZgA-Faltblatt zu allen U-Untersuchungen "10 Chancen für Ihr Kind“ unter bzga.de herunterladen oder bestellen.