Eltern sein trotz Trennung

Eine Trennung ist immer schmerzhaft – vor allem für den verlassenen Partner. Wenn ein Kind da ist, sind drei Menschen betroffen. Doch auch als getrenntes Paar ist man weiterhin Mutter und Vater des gemeinsamen Kindes.

Getrenntes Paar läuft nebeneinander her
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„Wir passen eben nicht zusammen! Es hat sowieso keinen Zweck! Wir streiten ja doch nur … “ Manchmal gibt es schon während der Schwangerschaft heftige Auseinandersetzungen, die schließlich in einer Trennung enden. Manchmal ist erst nach Monaten oder nach Jahren „Schluss“. Ist eine Beziehung nicht zu retten, muss das nicht immer nur schlecht sein – auch nicht für euer Kind. Auch kleine Kinder bekommen nämlich mit, wenn die Eltern sich ständig streiten, und leiden mit.

Nach dem Schlussstrich kann eine Zeit folgen, in der man den anderen am liebsten nie mehr sehen würde. Das Besondere am Elternsein ist aber: Vater oder Mutter ist man ein Leben lang – auch nach einer Trennung. Vielleicht braucht ihr ein paar Wochen Abstand voneinander, doch früher oder später werdet ihr mit Rücksicht auf euer Kind wieder Kontakt haben müssen. Nicht nur bei Geburtstagen, im Kindergarten, der Einschulung, Schulabschlussfeier oder Hochzeit eures Kindes werden sich eure Wege immer wieder kreuzen.

Elternpaar statt Liebespaar

Für die Entwicklung eures Kindes ist es wichtig, dass es Mutter und Vater hat. Es ist sicher besonders am Anfang nicht leicht, „nur“ noch ein Elternpaar statt eines Liebespaars zu sein. Doch dem Kind zuliebe sollte jeder von euch trotz Trennung versuchen, sich im Alltag zu kümmern. Euer Kind braucht euch beide. Außerdem lernt es so, dass es auch bei großen Veränderungen von seinen Eltern beschützt wird.

Und tut die Trennung noch so weh, und seid ihr noch so wütend: Es schadet dem Kind sehr, wenn die Eltern sich vor dem Kind gegenseitig schlecht machen. Als Eltern müsst ihr nicht unbedingt Freunde sein, aber ihr solltet euch respektieren und es eurem Kind erlauben, euch beide zu lieben. Auch die Großelternpaare sollten fair gegeneinander bleiben.

Gute Eltern sein trotz Trennung – das kann man lernen. Wenn ihr wollt, unterstützen euch dabei die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Schwangerenberatungsstelle. Dort könnt ihr herausfinden, wie ihr die Verantwortung für euer Kind so teilen könnt, wie es für alle Beteiligten das Beste ist. Oder sucht euch eine Paar- oder Elternberatung, die euch darin unterstützt, über den Frust und Schmerz hinwegzukommen. Das kann eine Weile dauern, aber es lohnt sich. 

Hilfreich kann auch die Beistandschaft des Jugendamtes sein. Sie kann sich für die alleinerziehende junge Mutter um die Klärung der Finanzen kümmern. Dadurch liegen die Geldfragen in der Hand von Profis, und ihr habt möglicherweise einen Streitpunkt weniger.

Besuchsrecht

Grundsätzlich gilt: Jedes Kind hat das Recht auf Kontakt zu beiden Eltern. Auch, wenn ihr noch heftigen Streit oder Liebeskummer habt und es jedes Mal weh tut, den anderen zu sehen. In dem Fall könnt ihr vielleicht einen Familienangehörigen, eine gute Freundin oder einen guten Freund bitten, den Besuchskontakt zu regeln und/ oder das Kind zu übergeben.

Es gibt aber auch Situationen, in denen man das Kind schützen muss und deshalb nicht dem anderen mitgeben sollte: 

  • Wenn sie oder er betrunken ist, Cannabis oder andere Drogen genommen hat.
  • Wenn sie oder er mit der Betreuung des Kindes total überfordert ist und es womöglich schlägt.

Dann ist es wichtig, dass du dich durchsetzt und das Kind bei dir bleibt. Schaffst du das nicht, hole dir Hilfe! Notfalls beim Jugendamt, in einer Beratungsstelle oder – wenn du sofort Hilfe brauchst – bei der Polizei (Telefonnummer 110).

Häufig gestellte Fragen

Was mache ich, wenn der Vater des Kindes sich weigert, die Vaterschaft anzuerkennen?

Muss man als Vater Unterhalt zahlen, wenn man noch in der Ausbildung ist?

Wer zahlt Unterhalt für das Kind, wenn der Vater nicht zahlen kann?

Hilfe für Alleinerziehende

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 14.07.2010