Wege zur Beratung – du hast die Wahl

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Beratung – vom direkten Gespräch über die telefonische bis hin zur E-Mail-Beratung. Du kannst selbst entscheiden, auf welche Weise du beraten werden möchtest – außer wenn du einen Schwangerschaftsabbruch erwägst.

Mädchen sitzt zu Hause am Laptop
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Du kannst dich für die Beratungsart entscheiden, bei der du dich mit deinen Fragen am besten aufgehoben fühlst. Wenn es um einen Schwangerschaftsabbruch geht, brauchst du allerdings eine Beratungsbescheinigung. Die bekommst du nur nach einer Beratung durch eine Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle oder durch eine Ärztin oder einen Arzt mit entsprechender Ausbildung.

Die Beratung ist in der Regel kostenfrei und erfolgt in jedem Fall streng vertraulich. Das bedeutet, dass die Beraterinnen und Berater keinerlei Informationen über das Gespräch an Dritte weitergeben dürfen, es sei denn, du möchtest das.

Aufgrund der Corona-Pandemie kann es sein, dass Beratungsstellen nur eingeschränkt arbeiten können. Die meisten Beratungsstellen sind aber dennoch per E-Mail, telefonisch und/oder online für dich da. In den meisten Bundesländern ist derzeit auch eine Schwangerschaftskonfliktberatung über digitale Medien oder per Telefon möglich. Der Beratungsschein wird dann ausnahmsweise per Post oder Bote zugeschickt, in manchen Bundesländern kann er auch gefaxt oder gemailt werden. Erkundige dich vorab telefonisch oder per E-Mail bei Beratungsstellen in deiner Nähe, wie die Regelungen und Schutzmaßnahmen vor Ort sind. Dies ist besonders dann wichtig, wenn du Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 hast und/oder unter Quarantäne stehst.

Es ist aufgrund der Corona-Pandemie auch möglich, dass einzelne Kliniken und Arztpraxen, die Schwangerschaftsabbrüche grundsätzlich anbieten, diese zurzeit nicht durchführen. In dieser monatlich aktualisierten Liste kannst du nach weiteren Ärztinnen und Ärzten, Kliniken und Einrichtungen suchen, die Abbrüche durchführen.

Persönlicher Kontakt schafft Vertrauen

Die persönliche Beratung findet im Gespräch mit der Beraterin oder dem Berater in einer Beratungsstelle statt. Der persönliche Kontakt hilft, eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen.

Du musst der Beraterin oder dem Berater nicht deinen Namen nennen, wenn du lieber anonym bleiben möchtest. Zum persönlichen Beratungsgespräch kannst du als Schwangere oder werdender Vater alleine kommen oder deinen Partner / deine Partnerin, deine Eltern oder eine andere Person deines Vertrauens mitbringen.

Im Beratungsgespräch kannst du alle Fragen ansprechen, die dich im Zusammenhang mit der Schwangerschaft beschäftigen, ganz gleich, ob es um die Partnerschaft, um die Wohnsituation oder um rechtliche oder finanzielle Fragen geht. Die Beraterinnen und Berater werden dir in jedem Fall den Rücken stärken und dir helfen, Lösungen für deine Probleme zu finden.

In manchen Beratungsstellen gibt es zwar auch Gesprächsmöglichkeiten ohne Anmeldung. Besser ist es jedoch, wenn du vorher telefonisch einen Termin ausmachst.

Bei einem Schwangerschaftskonflikt dürfen auch dafür zugelassene Ärztinnen und Ärzte die Beratung durchführen. Leider ist es aber häufig so, dass sie im laufenden Praxisbetrieb nur wenig Zeit für viele wichtige Fragen haben. Wenn du nach einer Beratung - wo auch immer sie stattgefunden hat - das Gefühl hast, dass du noch mit jemand anderem sprechen möchtest, so ist das dein gutes Recht!

Telefonberatung: Anonym und dennoch persönlich

Die Telefonberatung ist anonymer als ein direktes Gespräch, aber sie bietet dir genauso Gelegenheit, über deine Probleme und Gefühle zu sprechen. Die Beraterin oder der Berater hört dir aufmerksam zu und beantwortet deine Fragen. Wenn du etwas nicht richtig verstanden hast, frag ruhig noch einmal nach.

Auch in der Telefonberatung entscheidest du selbst, wie viel du über dich erzählen willst. Eine Telefonberatung kann auch als Vorgespräch zu einer nachfolgenden persönlichen Beratung dienen. Wenn du die Telefonberatung einer anerkannten Schwangerschaftsberatungsstelle in Anspruch nimmst, kannst du sicher sein, mit entsprechend qualifizierten Beraterinnen und Beratern zu sprechen. Außer den regulären Telefongebühren entstehen dir dann auch keine Kosten.

Den für einen Schwangerschaftsabbruch notwendigen Beratungsschein erhältst du nur in von einer dafür anerkannten Schwangerschaftsberatungsstelle.

Beratung und Erfahrungsaustausch im Internet

Wer das persönliche Beratungsgespräch nicht in Anspruch nehmen kann oder will, findet im Internet verschiedene Möglichkeiten, sich qualifiziert beraten zu lassen. Zur Auswahl stehen die Beratung per E-Mail, per Einzel- und Gruppenchat oder die Beratung im Rahmen eines Diskussionsforums. Chats und Foren werden oft nur zu bestimmten Zeiten von Expertinnen und Experten betreut; entsprechende Hinweise finden sich meist auf der entsprechenden Webseite.

Die Anonymität kann hilfreich sein, wenn du lieber keinen persönlichen Kontakt zu einer Beraterin / einem Berater aufnehmen möchtest. Auch die Befürchtung, etwa von Nachbarn oder Bekannten auf dem Weg zu einer Beratungsstelle gesehen zu werden, kann ein Grund sein, die Internetberatung vorzuziehen.

Wenn du Kontakt zu Menschen in ähnlichen Lebenssituationen suchst, kannst du auch Gruppenchats und Diskussionsforen nutzen. Hier bringen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erfahrungen und Ideen ein. Das Gefühl, mit seinen Fragen und Sorgen nicht allein zu sein, tut gut. Allerdings ist nicht immer gewährleistet, dass die Informationen aus Chats und Foren auch richtig sind und die Kommentare der anderen wirklich weiterhelfen.

Im Fall einer Schwangerschaft ist ein Gesprächstermin mit einer speziell dafür ausgebildeten Beraterin oder einem Berater absolut empfehlenswert.

Den für einen Schwangerschaftsabbruch notwendigen Beratungsschein erhältst du nur von einer dafür anerkannten Schwangerschaftsberatungsstelle.

Welche Beratungsart passt am besten zu mir?

Wenn du sehr viele Fragen hast und eine intensive persönliche Beratung brauchst, ist es am besten, einen Termin in einer Beratungsstelle zu vereinbaren. Vielleicht brauchst du auch nur eine bestimmte Information, oder es ist dir unangenehm, mit einem fremden Menschen „von Angesicht zu Angesicht“ über dein Anliegen zu sprechen. Dann ist die Telefonberatung möglicherweise der bessere Weg.

Wenn du außer der Beratung auch den Kontakt und Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten suchst, wirst du am ehesten im Internet fündig. Ziehst du einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung, ist die vorherige persönliche Beratung durch eine anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle allerdings zwingend erforderlich.

Über die Beratungsstellensuche der BZgA auf diesen Seiten kannst du gezielt nach einer Beratungsstelle in deiner Nähe, aber auch nach bestimmten Beratungsarten wie Internet- oder Onlineberatung suchen.

Häufig gestellte Fragen

An wen wende ich mich, wenn ich erfahren habe, dass ich schwanger bin, mich aber niemandem anvertrauen kann?

Dürfen sich werdende Väter auch alleine beraten lassen?

Muss ich mich beraten lassen, wenn ich schwanger bin?

Wie alt muss man für eine Beratung sein? Kostet sie etwas?

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