Die Hebamme: Unterstützung für dich und dein Kind

Hebammen sind während der Schwangerschaft, bei der Geburt und in der ersten Zeit nach der Entbindung für dich da. Sie kümmern sich um deine Gesundheit und kommen sogar nach Hause, um nach dir und dem Baby zu schauen.

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Was macht eine Hebamme?

Junge Schwangere wird von einer Hebamme untersucht
© F1online

Hebammen helfen dir bei allem, was rund um die Schwangerschaft und die Geburt auf dich zukommt. In der Schwangerschaft kann dir die Hebamme Tipps und Anleitungen zur Schwangerschaftsgymnastik und Geburtsvorbereitung geben. Sie hilft dir auch bei Schwangerschaftsbeschwerden und bei der Entscheidung für den passenden Geburtsort. Wenn du gesund bist und keine Risikoschwangerschaft vorliegt, kann die Hebamme auch fast alle im Mutterpass vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Davon ausgenommen sind Ultraschalluntersuchungen.

Bei der Geburt unterstützt sie dich während der Wehen und achtet darauf, dass bei dir und dem Baby alles in Ordnung ist. Sie beobachtet deinen Gesundheitszustand und entscheidet, ob zusätzliche medizinische Hilfe nötig ist.

Auch nach der Geburt ist die Hebamme für dich und euer Kind da. Während des so genannten Wochenbetts besucht sie dich täglich zu Hause. Keine Angst, sie prüft nicht, wie ordentlich es bei dir ist oder wie du die Wohnung eingerichtet hast. Vielmehr schaut sie nach dir und eurem Kind. Du und dein Freund könnt euch mit allen Fragen und Sorgen an sie wenden – ob dir etwas weh tut oder ob ihr noch etwas Besonderes wissen wollt. Außerdem gibt sie wertvolle Tipps zum Stillen, zum Füttern und zur Nabel- und Säuglingspflege.

Die persönliche Hebamme

Es hat große Vorteile, wenn du deine Hebamme schon in der Schwangerschaft kennen lernst. Denn dann bleibt die Betreuung vor, während und nach der Geburt in einer Hand und du musst dich nicht ständig neu auf jemanden einstellen. Hebammen, die mit zur Geburt in eine Klinik (oder ein Geburtshaus) kommen, nennen sich auch „Beleghebammen“ oder „geburtsbegleitende Hebammen“. In manchen Städten oder Gegenden sind diese Hebammen so gefragt, dass man sich schon gegen Ende des dritten Schwangerschaftsmonats (also etwa in der zwölften Woche) bei ihnen melden sollte.

Einen Haken hat die Sache allerdings: Man muss die Hebamme für ihre so genannte Rufbereitschaft, die sie um den Geburtstermin herum garantiert, bezahlen. Das ist eine Sonderleistung der Hebammen und kann zwischen 250 und 500 Euro kosten. Vielleicht weiß die Schwangerschaftsberatungsstelle, ob diese Kosten übernommen werden.

Besteht Anspruch auf eine Hebamme?

Jede Schwangere, die krankenversichert ist, hat Anspruch auf eine Hebammenhilfe. Während der Schwangerschaft kann dich die Hebamme zwölf Mal beraten. Außerdem kann sie bei der Geburt dabei sein und dich bis zwölf Wochen nach der Geburt zu Hause besuchen und betreuen – die ersten zehn Tage nach der Geburt sogar mindestens einmal am Tag. Falls es dir nicht gut geht und Schwierigkeiten auftauchen, zahlen die Krankenkassen auch weitere Hausbesuche. Deine Frauenärztin, dein Frauenarzt oder auch der Kinderarzt kann ein Attest für den weiteren Bedarf nach einer Hebamme ausstellen.

Auf jeden Fall solltest du die Betreuung durch eine Hebamme vorab mit der Krankenversicherung besprechen. Wichtig: Die Leistungen einer Hebamme kannst du zusätzlich zur Schwangerenbetreuung durch eine Ärztin oder einen Arzt in Anspruch nehmen. Die Krankenkassen übernehmen für beide Betreuungsformen die Kosten.

Wie finde ich eine Hebamme?

Du kannst bei Schwangerschaftsberatungsstellen, in Kliniken oder Geburtshäusern nach einer Hebamme fragen. Auch deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt helfen dir sicher weiter. Ansonsten findest du die Kontaktdaten von Hebammen auch online, zum Beispiel über die Hebammenliste der Gesetzlichen Krankenkassen. Dort kannst du nach freiberuflich tätigen Hebammen in deiner Nähe suchen.

Nicht alle Hebammen bieten übrigens die gleichen Leistungen an. Am besten fragst du deshalb nach, welche Unterstützung du erwarten kannst und welche nicht. Und wenn du eine Hebamme gefunden hast, sie aber nicht magst? Das ist nicht so schlimm, dann suchst du dir eine andere Hebamme. Denn Hebammen sind Vertrauenspersonen und die „Chemie“ muss stimmen – sonst kann sie dir nicht richtig helfen.

Eine Besonderheit: Die Familienhebamme

Wenn die ersten zwölf Wochen nach der Geburt vorbei sind, beenden die Krankenkassen normalerweise die Kostenübernahme für die Hebamme. Bei Komplikationen zahlen die Krankenkassen unter Umständen auch weitere Hausbesuche.

Auch abgesehen davon kann die Hilfe einer Hebamme weiter sinnvoll sein: zum Beispiel wenn du dich allein gelassen fühlst, dein Kind besonders viel schreit, es nicht richtig trinken will oder du dir nicht sicher bist, ob es sich normal entwickelt. Vielleicht fühlst du dich auch einfach körperlich sehr geschwächt. In all diesen Fällen kann dich eine so genannte Familienhebamme unterstützen.

Für jugendliche und allein stehende Mütter kann die Unterstützung durch eine Familienhebamme besonders wertvoll sein. Sie betreut dich und das Kind bis es ein Jahr alt ist. Zur Unterstützung kann sie dich auch zu Terminen bei der Kinderärztin oder beim Kinderarzt, beim Amt oder in einer Beratungsstelle begleiten.

Das Angebot der Familienhebammen kostet dich nichts und ist leicht zu erhalten über die Netzwerke Frühe Hilfen. Informationen dazu erhältst du bei Schwangerschaftsberatungsstellen oder bei den Anlaufstellen Früher Hilfen, die du auf der Internetseite www.elternsein.info über eine Postleitzahlensuche findest.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkennt man, dass eine Schwangerschaft besteht?

Was erwartet mich beim ersten Frauenarztbesuch?

Muss ich mich beraten lassen, wenn ich schwanger bin?

Darf der werdende Vater mit zur Vorsorgeuntersuchung kommen?

Wie alt muss man für eine Beratung sein? Kostet sie etwas?

Dürfen sich werdende Väter auch alleine beraten lassen?

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 09.10.2019